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GeschichteBrockhaus 1882

Fitzwilliam, engl. Familie, leitet ihren Stammbaum ab von William Fitz⸗-Godric, einem Vetter König Eduards des Bekenners, dessen Sohn, William Fitzwilliam, den Herzog von der Normandie nach England begleitete und in der Schlacht von Hastings focht. Einer seiner Nachkommen ward von Heinrich VIII. zum Grafen von Southampton ernannt, starb aber 1543 ohne männliche Erben. Zu einer jüngern Linie gehörte Sir William F., der zwischen w1560 und 1594 fünfmal Lord-Deputy von Irland war und das besondere Vertrauen Clisabeths genoß. Er starb 1599. Sein Enkel, William F. auf Milton, wurde 1620 zum Lord F. von Lifford in Irland erhoben und war der Großvater von William Hi⸗ 1643, gest. 1719), der 1716 den Titel eines Viscount Milton und Grafen F. erhielt. William, der dritte Graf, wurde 1742 auch Peer von England und heiratete 1744 Lady Anne Wentworth, Schwester des letzten Marquis von Rockingham, wovon die Familie den Namen Went-F. annahm. Nach seinem Tode 1756 folgte ihm sein Sohn William, geb. 30. Mai 1748. In der Schule zu Eton erzogen, wo er mit Fox befreundet ward, vollendete er seine Studien in Cambridge, reiste dann auf dem Kontinent und nahm 1769 seinen Sitz im Oberhause ein. Während des ganzen amerik. Kriegs machte er lebhafte Opposition gegen die Regierung, trat jedoch, als sein Oheim Rockingham 1782 erster Lord des Schatzes wurde, nicht in das Ministerium. Durch den Tod desselben erbte F. bald darauf dessen ungeheueres Vermögen. Auch unter Pitt gehörte er zur Opposition; nach dem Beginn der Schreckensberrschaft in Frankreich trennte er sich aber mit einem Teile der Whigs von For, schloß sich der Regierung an und erhielt im Juli 1794 die Stelle eines Präsidenten des Geheimen Rats. Im J. 1795 ging er als Vizekönig nach Irland, ward indessen, da er einer von Grattan beantragten, auf die Emancipation der Katholiken hinzielenden Bill seine Zustimmung gegeben, schon nach drei Monaten zurückberufen. F. rechtfertigte sein Benehmen im Parlament; allein seine Spannung mit dem Ministerium, oder vielmehr mit Georg III. persönlich, wuchs so sehr, daß er 1798 sogar von dem Ehrenamte eines Lord-Lieutenants des West-Riding von Yorkshire für einige Zeit abgesetzt wurde. Nach dem Tode Pitts ward er in dem Ministerium Grenville-Fox 1806 abermals Präsident des Geheimen Rats, ein Posten, den er bis zum März 1807 bekleidete, wo die Weigerung des Königs, in die Emancipation der Katholiken zu willigen, seinen Rücktritt und den des ganzen Ministeriums veranlaßte. Seit der Zeit nahm F. an den öffentlichen Angelegenheiten nur wenig Anteil. Er starb 8. Febr. 1833. Sein Sohn Charles William-Wentworth-F., geb. 4. Mai 1786, früher bekannt als Lord Milton, trat bereits im 21. Jahre ins Unterhaus und machte sich bald als Redner einen Namen. Er beteiligte sich eifrig an der 1809 gegen den Herzog von Nork eingeleiteten Untersuchung, die mit der Entlassung desselben von dem Oberkommando der Armee endete. Als der Herzog diese Stelle 1811 von neuem erhielt, beantragte Lord Milton ein Tadelsvotum, das jedoch abgelehnt wurde. In der Folge hatte er wiederholt hartnäckige Kämpfe um seinen Sitz für das West-Riding von Horkshire zu bestehen, deren Kosten sich einmal auf 50000 Pfd. St. beliesen. Er unterstützte 1829 die Katholikenemancipation, ward 1831 für Northampton gewählt und half die Reformbill durchsetzen. Nachdem er durch den Tod seines Vaters als Graf F. ins Oberhaus berufen worden, stimmte er 1846 für Aufhebung der Korngesetze, obschon mit der ausdrücklichen Erklärung, daß er die Maßregel keineswegs in ihrem ganzen Umfange billige. Ein Freund der Wissenschaften, machte er sich um die Gründung der londoner Universität und das Zustandekommen der British Association verdient; auch gab er mit Sir Richard Bourke die Werke und Korrespondenz Edmund Burkes (20 Bde., Lond. 1826—44) heraus. Er starb zu Wentworth-House 4. Okt. 1857. Ihm folgte als sechster Graf F. sein Sohn William Thomas Spencer Wentworth-F., Ritter des Hosenbandordens und Lord-Lieutenant des West-Riding von Vorkshire, geb. 12. Okt. 1815. — Dessen ältester Sohn, William Viscount Milton, geb. 27. Juli 1839, saß seit 1865 für den Südwest-Riding von Norkshire im Unterhaus e, verlor aber 1874 seinen Sitz und starb 17. J Aus seiner Ehe mit einer Tochter Lord Charles Beauclerks hinterließ er als präsumtiven Erben der Grafenwürde William Charles De-Mure, geb. 25. Juli 1872, der von ihm den Titel Viscount Milton erbte. [nungen für Fluß, Strom. iume, Fiumane, Fiumare, ital. Bezeichiume (leinst Tersattica Vitopolis, dann Fanum Sancti Viti ad Flumen, deutsch St. Veit am Flaum, serbo-kroat. Rieka), königl. ungar. Frei⸗ und Freihafenstadt, am Ende des malerischen Quarnerogolfs gelegen, der Sitz eines königl. Gouverneurs, der zugleich Präsident der Seebehörde ist, deren Wirkungskreis sich auf das ganze ungar.kroat. Küstenland erstreckt. In F. besteht ein Hafen⸗ und Seesanitätsamt, ein Gerichtshof erster Instanz als Handels⸗- und Seegericht, Finanzdirektion, Hauptzollamt, eine Handels- und Gewerbekammer und eine Filiale der Wiener Nationalbank, auch residieren daselbst die Konsuln mehrerer Staaten. Die Bevölkerung belief sich 1880 auf 20981 fast ausschließlich röm.⸗kath. E., wovon 16 300 auf die Stadt, 4681 auf deren Gebiet (nicht zu verwechseln mit dem zu Kroatien gehörigen sog. Fiumaner Komitat) entfallen. An Unterrichtsanstalten besitzt F. eine Nautische Schule, ein königl. Obergymnasium mit ital. Unterrichtsfprache, ein kroat. Obergymnasium, eine Handelsakademie, zwei städtische Vauntz schulen, mehrere Elementarschulen (darunter eine ungarische), zwei Mädchenerziehungsinstitute (wovon eins durch Benediktinernonnen versehen). Eine wichtige Bildungsanstalt ist die 1856 gegründete k. k. Marineakademie, in welcher an 120—140 Zöglinge vollständige Ausbildung erlangen. Unter den Kirchen sind die vorzüglichsten die alte Kapitel- oder Domkirche Mariä Himmelfahrt mit einem neuen schönen Frontispiz nach Art des röm. Pantheon, und die Kirche St. Veit (vormals Jesuitenkirche), eine Nachahmung der Kirche Maria della Salute in Venedig. Unter den andern öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus: der Gouvernementspalast, ein geschmackvoll erbautes Theater für 1600 Personen, das Palais Gorup, die städtische Kaserne, das ehemalige Seminargebäude, die einstige große Zuckerraffinerie (jetzt königl. ungar. Tabakfabrik), die geschmackvolle Marineakademie. Von Altertümern ist ein röm. Triumphbogen, angeblich zu Ehren Kaiser Claudius' II. Germanicus errichtet, sitzt F. ein städtisches Spital mit Irren- und Geburtsabteilung, eine Bürgerversorgungsanstalt, eine Kinderbewahranstalt (Asilo infantile), ein Arbeitshaus (Casa di lavoro), in welchem Knaben aufgenommen, gekleidet, verpflegt und in verschiedenen Handwerken unterrichtet werden. Handel und Industrie haben in der neuesten Zeit trotz der Rivalität Triests sich merklich entwickelt. Von größern industriellen Etablissements sind hervorzuheben: eine fiumaner Papierfabrik, die königl. Tabaksfabrik und die Torpedofabrik von Whitehead (das ehemalige Stabilimento tecnico), eine Reisschälfabrik, eine Petroleumraffinerie, eine Sesselfabrik, eine auf Aktien gegründete Mühlengesellschaft, eine chem. Fabrik, mehrere Seifen- und Kerzenfabriken; außerdem hat F. noch Seilereien, Gerbereien und bedeutenden Schiffbau. Zwei Bahnen, eine von St. Peter aus als Zweig der Südbahn (WienöTriest), eine andere als Zweig der Ungarischen Staatsbahn von Karlstadt, verbinden F. mit dem Hinterlande. F. besitzt drei Häfen: Rorto canale Fiumara, Porto nuovo, mit vielen auf den Molos gebauten Magazingebäuden, und einen Petroleumhafen. Der erste faßt 130 kleinere Schiffe, der zweite (24 ha Wasserspiegel) 100 — 150 große Schiffe nebst vielen Küstenfahrern. Der Boden der Umgebung von F. ist steinig, jedoch wird vorzüglicher Wein gebaut. Das Klima ist südlich; in der Dant von F., besonders in dem schön gelegenen Volksgarten, überwintern Magnolien, Myrten, Lorbeer, Rosmarin. Die Fischerei im Quarnero ist sehr ergiebig, besonders die auf Thunfisch, der hier jährlich zu Tausenden gefangen wird, und auf eine kleinere Gattung Seekrebse (Seampo. Astracus norvegicus), die außer der norweg. Küste nur im Quarnero vorkommt. Etwa 10 km westlich von F. liegen in Istrien die beiden Orte Volosca und Abazzia, wegen des dort herrschenden milden Klimas Kurorte für Brustkranke. Vitopolis war schon im Altertum einer der bedeutendsten Orte Liburniens und wird unter den röm. Kaisern als eine blühende Stadt erwähnt. Später war F. ein Lehn des Patriarchen von Aquileja, dann der Grafen von Duino und der Herren von Görz, bis es 1471 von Kaiser Friedrich III. dem Dominium des Hauses Habsburg einverleibt ward. Im J. 1779 wurde F. von der Kaiserin Maria Theresia mit dem Königreiche Ungarn als Corpus separatumo vereinigt, unter welchem es blieb, bis es 1809 die Franzosen besetzten. F. kam 1814 wieder an Osterreich, ward aber 1822 abermals an das Königreich Ungarn zurückgegeben. Nach den Stürmen der J. 1818—49 schlug man F. zum Kronlande Kroatien. Seit Aug. 1870 steht dasselbe samt Gebiet (19,57 akm) direkt unter der ungar. Centralregierung. Der Gouverneur von F. ist Mitglied des ungar. Oberhauses: in das Abgeordnetenhaus entsendet die Stadt einen Vertreter: auch auf dem kroat. ⸗flawon. Landtag ist sie durch einen Abgeordneten vertreten. Die 1868 in der Schwebe belassenen Angelegenheiten hinsichtlich der Regelung der innern Autonomie von F. konnten wegen der staatsrechtlichen Ansprüche Kroatiens auf samt Gebiet bisher (Juni 1883) noch keine geetliche Erledigung finden. Das zum Königreich Kroatien und Slawonien gehörige Komitat Fiume (fiumaner Komitat), aus der weitern Umgegend von F. gebildet, umfaßt lohne Stadt F. und Gebiet) 1599,8 AKm mit (1880) 81070 E. und hat Buccari zum Hauptort. ö iume di Roto, sicil. Fluß, s. Asinarus. „Giumefreddo-Bruzio, Flecken in der ital. Prorüdit Cosenza (ehemals Calabria citeriore), 16 Km südlich von der Bezirksstadt Paola, an dem Küstenflusse Fiumefreddo, 2 kKm von der Küste des Tyrrhenischen Meers entfernt, mit (1881) 4114 E., welche Fischerei und Olivenbau betreiben. umicino, Fluß, s. unter Rubic o. ö umicine, Stadt in der ital. Provinz Rom, 2 km im WSW. von Rom, rechts an der Mündung des nördl. Tiberarms, welcher F. heißt, mit 600E. Dieses Musterdorf, Endpunkt der Zweigbahn Ponte Galera X. der Linie Florenz-Livorno⸗ Rom der Römischen Bahnen, liegt auf einer vortretenden Ebene und wurde 1825 auf den Ruinen von Por tus Augusti, dem von Kaiser Claudius angelegten Hasen Roms nach der Aufgabe von Ostia, erbaut. Den anal zwei Molen geschützten Hafen bildet der F.⸗Kanal, der schmalste und tiefste Arm des Tiber, welchen die starke Strömung rein erhält. Der Ort Tiean mit Wein, S Rom. Die kleinen sicil. und n Schlep ur Hälfte hier .— Hivel. mn Fluß in de vinz Groningen, der, auf den b Duurswolde seinen Urirrung ne bis Wittewierum floß, wo er sich tete: der eine ergoß sich bei Wester bei Farmsum in die Ems. Be Damsterdiep, Ende Wgteutels 15. menge der F. DenaunteLandsheft. in der niederl ningen, begrenzt im NO. durch und NW. durch + im S recht, im SO. durch das Oldamt wolde mit 11 Kirchipielen. Der pingadam darauf folgt Delfzijl

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 856Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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