FeedFriedrich Heinrich
GeschichteBrockhaus 1882

Friedrich Heinrich, Prinz von Oranien, geb. 1584, jüngster Sohn Wilhelms des Schweigers aus dessen vierter Ehe mit Louise de Coligny, studierte in Leiden, vollendete seine Bildung seit 1597 bei den Verwandten in Frankreich und diente danach unter seinem Stiefbruder Moritz gegen die Spanier; 1615 kommandierte er das niederländ. Hilfskorps in der braunschweig -lüneburger Rachte ward 1621 als General der Kavallerie der Nächste im Befehl nach seinem Bruder, und folgte diesem April 1624 in der Statthalterschaft. Sein glänzender Hof, den er mit seiner Gemahlin Amalie von Solms⸗-Braunfels im Hagg einrichtete, ward und militärischen Bildung der Zeit, das Reiseziel der Vornehmen Europas. Wesentlich erhöhte F. seine Stellung durch ruhmvolle Waffenthaten, die Eroberung von Groll 1627, Herzogenbusch und Wesel 1629, Mastricht 1632, Breda, Rheinberg und Schenkenschanze 1637. Dazu kamen später große Erfolge auf dem flandr. Kriegsschauplatze. In den spätern Wrier seiner Regierung brachen jedoch die durch den Krieg zurückgedrängten innern Streitigkeiten in den Niederlanden von neuem aus und die Anhänger der Staatensouveränetät, die sog. Loevesteinische Faktion, gewannen wieder Boden. F. starb 14. März 1647. Seine Feldzüge schilderte er selbst in den Mémoires de Frédéric Henrio.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 349Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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