Fortuna cui favet, sponsa petita manet, lat. Sprichwort, fast wörtlich entsprechend dem deutschen: Wer das Glück hat, führt die ortunatus ist der Held eines der besten deutschen Volksbücher. Die Entstehung des ldtern fällt in die Mitte des 15. Jahrh., doch sind ältere Märchen- und Sagenstoffe in dasselbe aufgenommen. Die Ansicht, daß es nach einem span. oder engl. Original gearbeitet sei, kann als beseitigt gelten. Der wesentliche Inhalt ist, daß F. und nach ihm seine Söhne in dem Besitze eines unerschöpflichen Geldsäckels und des Wunschhütleins sind, aber eben durch diesen Besitz ihren Untergang finden. Das deutsche Volksbuch, dessen ältester bekannter Druck ein augsburger von 1509 ist, welcher der trefflichen Erneuerung im 3. Bande von Simrocks Sammlung „Deutscher Volksbücher» (F au a. M. 1846) zu Grunde zu liegen scheint, ist auch ins Französische, Italienische, Holländische, Englische, Dänische, Schwedische und Isländische übertragen worden. Dramatisiert wurde der Stoff zuerst von Hans Sachs in der genau nach dem Volksbuch gearbeiteten Tragedia. Der F. mit dem Wunschseckel» (1553), nachher von dem Engländer Thomas Decker, einem Zeitgenossen Shakspeares, in The pleasant comedie of old F.5 (1600). Letztere erschien in einer deutschen freien Bearbeitung in den «Engl. Komödien und Tragödien » (1620; 2. Aufl. 1624; daraus in Tiecks «Deutsches Theater v, Bd. 2) und in einer Übersetzung von Schmidt (4F. und seine Söhner, Berl. 1819). Am bekanntesten ist die zwar mit manchen romantischen Zuthaten versehene, aber durch und durch dichterische Bearbeitung von Tieckim „Phantasuso (Bd. 3, Berl. 1816). Uhlands epische Dichtung in achtzeiligen Stanzen 4F. und seine Söhney ist unvollendet. Vgl. Schmidt in der Einleitung zu der angeführten Übersetzung von Deckers Rrr ferner Zacher in der «Allgemeinen Encyklopädie » (1. Sektion, Bd. 46).