FeedFaliéri (Marino)
GeschichteBrockhaus 1882

Faliéri (Marino), Doge von Venedig, geb. 1278, war 1346 Befehlshaber der Truppen der Republik bei der Belagerung von Zara in Dalmatien, wo er einen glänzenden Sieg über den König von Ungarn uo dann Gesandter in Genua und Rom. Zur Dogenwürde gelangte er 1354. Unter seiner Regierung nahmen die Genuesen die venet. Flotte in der Bucht von Sapienza bei Modon nebst ihrem Anführer Pisani gefangen. Das Ende seiner Regierung war tragisch. Erzürnt über die geringfügige Strafe, welche einem Patricier, Michele Steno, wegen einer der Gemahlin des Dogen zugefügten Beleidigung zuerkannt war, beschloß F., an der ihm schon verhaßten gesamten stole Aristokratie Rache zu nehmen. Er bildete eine erschwörung, um an einem bestimmten Tage, dem 15. April 1355, durch Mord der Senatoren den Weg zur Alleinherrschaft zu bahnen. Allein am Vorabende der Ausführung wurde der Doge mit den Verschworenen verhaftet und nebst den meisten Mitschuldigen 17. April hingerichtet. Der Anlaß zu der Verschwörung, wie die traditionelle Geschichte ihn erzählt, findet jedoch in den histor. Quellen keine Beglaubigung. Zu einer meisterhaften Novelle: Doge und Dogaressar, verarbeitete diesen Stoff E. T. A. Hoffmann. Lord Byron und Delavigne behandelten ihn dramatisch (1821 und 1829), Donizetti in einer Oper.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 537Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6