FeedFrangois (Jean Charles)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Frangois (Jean Charles), franz. Kupferstecher, eb. in Nancy 1717, hervorragend durch seine schönen Blätter, mit welchen er Kreidemanier nach Zeichnungen im Stiche sehr gelungen nachahmte; so stach er nach Holbein das Bildnis des Erasmus von Rotterdam, nach Vien die Madonna u. s. w. Er starb 1769. deReufe (Nicolas Louis, Graf), gewöhnlich F. de Neufchäteau genannt, franz. Staatsmann und Dichter, geb. zu Neufchäteau in Lothringen 17. April 1750, war von bürgerlicher Abkunft. Schon in seinem 13. Jahre wurde von ihm eine Sammlung Gedichte gedruckt, die selbst Voltaire anerkennend beurteilte. Im J. 1782 wurde er Generalprokurator auf San-Domingo. Im Laufe der Revolution trat er mehrfach bedeutend hervor. Er war Mitglied der ersten Nationalversammlung. Die gemäßigten Gesinnungen, die er in seinem Drama «Pamela (1793) aussprach, brachten ihn ins Gefängnis, aus welchem ihn der 9. Thermidor rettete. Im J. 1797 wurde er Minister des Innern, und nach dem 18. Fructidor trat er an Carnots Stelle ins Direktorium, aus dem er aber seiner streng verfassungsmäßigen Grundsätze wegen sehr bald wieder ausscheiden mußte. Schon 17. Juni 1798 wurde er zum zweiten mal Minister des Innern, verlor indes diesen Posten noch vor dem 18. Brumaire. Napoleon erteilte ihm die Senatorie zu Dijon und, nachdem er ihn 1804 in den Grafenstand erhoben, 1806 die zu Brüssel. Im J. 1814 zog er sich von dem polit. Leben zurück. Er starb 10. Jan. 1828. Von ihm ging die erste Idee der Hifentlichen Benge der Erzeugnisse des Gewerbfleißes aus. Bonnelier gab Mémoires sur F. de Neufchateaup (Par. 1829) heraus. Er selbst hat eine Menge poetischer, histor., polit. und nationalökonomischer Schriften hinterlassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 67Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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