FeedFranzburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Franzburg, Kreisstadt in der preuß. Provinz Pommern, Regierungsbezirk Stralsund, 23 km im SW. von Stralsund, an der Kleinen Trebel und am Richtenberger Teich, mit (1880) 1543 fast ausschließlich evang. E., wurde 1587 vom Herzog Bogislaw XIII. erbaut und seinem Schwiegervater, dem Herzog Franz von Braunschweig, zu Ehren genannt. In dieser Gegend lag das Benediktinerkloster Neuenkamp, 1231 vom Fürsten Witzlaw 1 von Rügen gestiftet und 1535 aufgehoben und zerstört. Aus seinen Ruinen baute Bogislaw XIII. hier eine fürstl. Burg. F. hat ein Amtsgericht, ein Schullehrerseminar, ein Waisenhaus und einen Vorschußverein. — Der Kreis Franzburg umfaßt 1101,83 akm und zählt 43 767 E. (von denen 92 Katholiken und 28 Juden), also 40 E. auf 1km. Kanzelredner, geb. zu Uleäborg in Finland 9. Febr. 1772, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Abo, wo er 1792 Docent wurde. Eine Dichtung auf den Grafen Creutz war es, welche seinen Ruhm begründete, indem er sich darin ganz frei von jener schwülstigen und unnatürlichen Manier zeigte, die damals in Schweden fast allein für Poesie galt. In den J. 1795 und 1796 durchreiste er Dänemark, Deutschland, Holland, Reit eron und England. Während seiner Abwesenheit erfolgte seine Ernennung zum Universitätsbibliothekar zu Abo; zwei Jahre darauf erhielt er die Professur der Litteraturgeschichte, die er 1801 mit der der Geschichte und Sittenlehre vertauschte. Als Finland an Rußland kam, wendete sich F. nach Schweden und erhielt dort 1810 die reiche Pfarrei Kumla in der Gegend von Orebro. Er folgte 1823 dem Rufe nach der Hauptstadt als Pfarrer zu St. Clara, und 1831 wurde er Bischof von Hernösand. Als solcher starb er 14. Aug. 1847. Seit 1808 Mitglied der Schwedischen Akademie, übernahm er 1824 das Sekretariat derselben und wurde bald darauf auch deren Historiograph. In allen seinen Gedichten herrscht ein natürlicher, naiver, kindlich-idyllischer Sinn, der von Ziererei und falscher Sentimentalität fern ist. Seine gesammelten Dichtungen erschienen unter dem Titel &Skaldestycken (5 Bde., Orebro 1824 —36; neue Aufl., 1867 fg.) und «Valda Dikter (2 Bde., Stockh. 1871). Von einzelnen Arbeiten sind zu erwähnen: «Columbus eller Amerikas upptückty (Bd. 1, Stockh. 1831), ein Gedicht; Om Sveuska drottningaro (Abo 1798; neue Aufl., Orebro 1823), eine akademische Festrede; Julie de Saint-Julien, eller frihetsbildeno (Srebro 1825) u. s. w. Ins Deutsche wurden übersetzt: Rabulisten och landtpresteno (Stockh. 1840; deutsch, Lübeck 1842) und ( Selma och Fannyo, ein Cyklus von Gedichten (deutsch von Altén, Gothenb. 1843). Unter F.s prosaischen Schriften sind besonders die „Minnesteckningaro (3 Bde., Stockh. 1848-60), eine Sammlung von vorzüglichen Biographien ausgezeichneter Schweden, und Predikningar (5. Bde., Stockh. 1841—45) nebst & Strödda Predikningaro (Stockh. 1852) und KFör fattiga och rikay (Stockh. 1833) hervorzuheben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 163Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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