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GeschichteBrockhaus 1882

Deutschlands entgegenstehenden Hindernisse weg und führten zum Abschluß der Versailler Verträge. Nachdem das deutsche Volk gesehen hatte, welch große Resultate durch die militärische Einheit Deutschlands unter Preußens Führung errungen wurden, sträubte es sich auch im Süden nicht länger mehr, der polit. Einigung beizustimmen, und forderte den Anschluß an den Norddeutschen Bund. Die feindlichen Parteien in Bayern und Württemberg wagten keinen Widerstand. Die bad. Regierung sprach 05 arti für den Anschlu Süddeutschlands aus; ie bayr. Minister besprachen sich in München mit Delbrück und stellten hohe Die Konferenzen in Versailles, welche Ende Oktober eröffnet wurden, hatten einen günstigern Verlauf. m 15. Nov. wurde mit Baden und Hessen, am 23. mit Bayern, am 25. (in Berlin) mit Württemberg der Verfassungsvertrag, zugleich auch mit Baden und Württemberg eine Militärkonvention abgeschlossen. Die Reservatrechte, welche Bayern sich ausbedungen hatte, waren erheblich: es behielt seine eigene Diplomatie, die Verwaltung des Heerwesens, der Post, der Telegraphen und Eisenbahnen, besondere Besteuerung des Biers und Branntweins und wollte von den Bundesgesetzen über Heimats- und Niederlassungsverhältnisse nicht berührt werden. Minder wichtig waren die Bestimmungen über den diplomatischen 1. und das Verfassungsveto. Das bayr. Heerwesen hatte sich übrigens den Bestimmungen der Bundeskriegsverfassung gemäß einzurichten und der Bundesfeldherr hatte das Recht der Anordnung der Mobilisierung und der Inspektion des bayr. Kontingents. Die Reservatrechte der drei andern süddeutschen Staaten waren bescheidener ausgefallen. (S. oben Staatsrechtliches, S. 223 — 225.) So bedauernswert auch einzelne dieser Sonderbestimmungen den Nationalgesinnten erschienen, so glaubten sie doch die Einheit Deutschlands durch solche Konzessionen nicht zu teuer zu erkaufen, hofften auch, durch die gemeinsame parlamentarische Arbeit in der Zukunft manches verbessert oder gemildert zu sehen. In dieser Voraussetzung genehmigten der Norddeutsche Reichstag und die Landtage in Hessen, Baden und Württember (wo die antinationale Kammer aufgelöst und durch die Neuwahlen eine nationale Kammer zu Stande ekommen war) die Versailler Verträge. In Bayern wurden dieselben von der Reichsratskammer mit überwiegender Mehrheit 30. Dez., von der Abgeordnetenkammer aber erst 11. Jan. 1871 nach elftägiger Debatte mit 102 gegen 48 Stimmen genehmigt. VIII. Von der Errichtung des Deutschen Reichs bis auf die Gegenwart. Die amtliche Verkündigung der Gründung des „Deutschen Reichs» fand 1. Jan. 1871 statt. Nachdem In Ludwig von Bayern unter Zustimmung sämtlicher deutscher Regierungen dem König von Preußen als dem obersten Regenten des Deutschen Reichs den Titel eines «Deutschen Kaisersv tragen hatte, erfolgte 18. Jan. im versailler Schloß die feierliche Proklamierung der Kaiserwürde. Es folgten 28. Jan. die Kapitulation von Paris, 26. Febr. die Friedenspräliminarien von Versailles, 10. Mai der definitive Friedensschluß zu 1 und furt a. M. Die Wiedergewinnung von Elsaß und

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 267Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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