FeedFremdentruppen
GeschichteBrockhaus 1882

Fremdentruppen nennt man selbständig oranisierte Truppenteile, welche entweder, wie die salnd Kolonialtruppen und die franz. Fremdenegion (s. d.), auch im Frieden einen Bestandteil des Heeres bilden oder nur vorübergehend in Kriegszeiten aufgestellt werden, wie die Englisch-deutsche Legion (s. d.) 1803, die Englisch-spanische Legion 1835, die Englisch-deutsche Legion 1855, die Russisch-deutsche Legion 1813 u. s. w. Schon in den Heeren des Altertums kommen F. vor, meistens leichte Truppen (Bogenschützen und Reiterei), in der spätröm. Zeit lieferten german. Stämme häusig die erforderlichen Elemente, und im Mittelalter werden häufig deutsche, schweizerische, englische und spanische F. genannt. Schweizer traten bis in die neueste Zeit als F. im Dienste Frankreichs, Neapels, des Kirchenstaats auf, in dem letztgenannten auch Franzosen und Belgier. Im amerik. Befreiungskriege kämpften auf amerik. Seite deutsche und französische F., auf engl. Seite deutsche, und deutsche Landsknechte standen während des Mittelalters im Solde der verschiedensten Mächte. In Frankreich sind, abgesehen von den Schweizertruppen, unter dem ersten Kaiserreiche F. in außerordentlich großer Zahl verwendet worden, und zwar deutsche, holländische, spanische, italienische, portugiesis e und polnische, und während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870—71 verwendete die Regierung der nationalen Verteidigung ebenfalls italienische und polnische F. Vgl. Fieffé, «Histoire des troupes étrangères au service de France (2 Bde., Par. 1854; deutsch von Symon de Carneville, Münch. 1856—60).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 286Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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