Freiwillige, Voluntarii, waren bei den Römern die Veteranen, die ihre Zahl von Feldzügen bereits ausgedient hatten lemeriti) und bei einem Aufrufe (als evocati) wieder unter die Waffen traten. Freiwillige Heeresfolge leisteten im Mittelalter viele, die nicht durch Grundbesitz oder Lehn zum Kriegsdienst verpflichtet waren; alle Kreuzheere, alle Söldnerscharen seit dem 14. Jahrh. bestanden aus F., ebenso rößtenteils die Heere des Dreißigjährigen Kriegs. 5. trömten in Frankreich während der Revolution zu Tausenden den Heeren zu, teils aus Patriotismus, teils aus Furcht vor der Guillotine. Sie wurden in besondere Bataillone formiert und diese später mit den Linienbataillonen verbunden. Der Aufruf des Königs von Preußen An mein Volko vom Z. Febr. 1813 veranlaßte die Errichtun der Freiwilligen Jäger, die sich entweder selbst ausrüsteten oder mittels der ansehnlichen Geldbeiträge des Volks, dessen edelste Blüte sie waren, ausgerüstet wurden. Sie bildeten reitende und Fußjägerabteilungen, welche den Linientruppen zu-Pom wurden, auch besondere Freikorps (s. d.). om edelsten Geiste beseelt, kämpften sie mit Auszeichnung und wurden zugleich eine Pflanzschule für Offiziere der Armee. Hierzu enthielten die F. besonders brauchbare Elemente, da in Preußen 1813 zu Gunsten der höher gebildeten und besitzenden Klassen bei der Rekrutierung noch viele Ausnahmen zu Recht bestanden und sich die F. aus den nicht zum Dienste im Heere verpflichteten, waffentüchtigen Männern dieser Art ergänzten, welche im Alter von 17 bis 24 Jahren standen. Den F. stand die Wahl des Truppenteils, bei welchem sie dienen wollten, frei. Bei der Errichtung wurden die Stellen der Offiziere und Unteroffiziere durch Abgaben der Linientruppen besetzt, späterhin jedoch durch Wahl aus der Mitte der betreffenden Abteilung, bei welcher eine Stelle frei geworden war. Die F. trugen dunkelgrüne Uniform und die sonstige Ausrüstung des Truppenteils, bei dem sie dienten; doch durften die Fußabteilungen die Büchse führen; die Löhnung war die der betreffenden Truppenteile. Vom Garnison⸗ und Arbeitsdienste waren die F. befreit. Auch Soldaten der Linientruppen durften, sofern sie sich auf eigene Kosten ausrüsteten, zu den F. übertreten, und dann von jedem Bataillon Infanterie bis zu 20 Mann, bei der Kavallerie in unbeschränkter Zahl. Die Stärke einer Jägerabteilung wurde auf 4 Offiziere, 15 Oberjäger, 3 Hornisten und 182 Jäger bestimmt; ein etwaiger Überschuß wurde andern Abteilungen zugewiesen. Die königl. Wutch dh vom 9. Febr. 1813 verpflichtete auch die bisher eximierten Klassen zum Dienste im Heere und förderte die Aufstellung der Freiwilligenabteilungen, welche gegen Ende Mai völlig beendet war. Dem Heere erwuchs dadurch ein Zuwachs von 7000 F. zu Fuß und 3000 zu Pferde. Das bedeutendste dieser Freikorps war das von Lützow (s. d.).Nach Beendigung des Befreiungskriegs bestand der dritte Teil des Offizierkorps der Linientruppen aus ehemaligen F. Dem Beispiele Preußens folgten nach der Schlacht bei Leipzig andere deutsche Staaten, deren F. jedoch weniger Gelegenheit fanden, sich hervorzuthun. Nach dem ersten Pariser Frieden wurden die Napeteenst Jäger aufgelöst, bei der Rückkehr Napoleons I. zwar wieder aufgerufen, aber nicht mit dem Erfolge wie 1813. (Vgl. auch Einjährig-Freiwillige.) Verschieden von diesen F. sind die F F. (Volunteers), die sich bei der geringen Stärke der engl. Armee im Hinblick auf eine Invasion des vereinigten celhanabb in zählreichen Abteilungen zusammengethan haben. Dieselben gehören nicht zum stehenden Heere und sollen dasselbe im Kriegsfalle zur Abwehr eines Invasionsheers unterstützen. Sie zählen gegenwärtig etwa 150000 Mann.