Friesach, Stadt und Sitz eines Bezirksgerichts in der Bezirkshauptmannschaft St. Veit im nördl. Kärnten, eine der ältesten und durch ihre archäol. Denkzeichen merkwürdigsten Städte dieses österr. Kronlandes, mit (1881) 1567, als Gemeinde 3381 E., liegt malerisch rechts an der Metnitz (einem linken Zuflusse der Gurk), am östl. Saume eines Gebirgsrückens, der, zwischen dem Metnitz- und Gurkthale laufend, gegen das erstere stufenförmig abfällt, in 637 m Höhe über dem Meere, Station der Linie St. Valentin-Tarvis der Kronprinz-Rudolf-Bahn, hat eine got. Pfarrkirche aus dem 15. Jahrh. und auf dem Markte einen Springbrunnen von 1563. Der deutsche Ritterorden hat hier ein 1880 errichtetes Ordens-Civilspital. Von den verfallenen Burgen Geiersberg, Lavant, Petersberg und den Ruinen der Propstei Virgilienberg überragt, war 5 das ganze Mittelalter hindurch einel natürliche este, durch noch heute vorhandene Turm⸗ und Mauerwerke vervollständigt, und Verkehrsplatz sowohl seiner eigenen kostbaren Bergerzeugnisse als auch des Handels von Italien über die Alpen zur Donau. Seine bergmännische Bedeutung reicht in die Keltenzeit, und diese Bedeutung sowie die Nachbarschaft der röm. Emporien Virunum (Zollfeld) und Noreia (bei Neumarkt) machen es sehr wahrscheinlich, daß auch die heutige Stelle von F. von den Römern besetzt und ausgenutzt worden sei, vielleicht ist es das antike Beliandrum. Die Blüte F.s fällt in die Zeit der Kreuzzüge und des durch diese gehobenen Levantinerhandels, der großenteils von Aquileja und Venedig die oriental. Waren in die Alpen brachte und dafür Eisen⸗ und Stahlwaren aus den norischen Erzlagerstätten holte. Bei F. wurde Eisen und Silber gegraben. Im spätern Mittelalter war es eine der bedeutendsten Münzprägestätten, welche die Münzen für das Handelsgebiet zwischen Aquilesa und Wien lieferte. Mit der durch die Handelskonjunkturen bedingten Verminderung des Verkehrs begann der Verfall der einst blühenden Stadt, wozu zeitweilige Kriegsbedrängnisse, zahlreiche adere Feuersbrünste und Seuchen mithalfen. In der jüngsten Zeit beginnt die Stadt durch einen lebhaftern Fremdenverkehr wieder aufzublühen und namentlich als Sommerfrische in Ruf zu kommen, was bei der gesunden Lage und bei den landschaftlichen Reizen der Umgebung erklärlich ist. Vgl. Peez, «F. geschichtlich und topographische (Klagenfurt 1881)9.