Frommann (Friedr. Johs.), namhafter Verlagsbuchhändler, geb. 9. Aug. 1797 zu Züllichau als Sohn des Buchhändlers Friedr. F., welcher 1798 nach Verkauf des Sortimentsgeschäfts mit dem Verlag nach Jena übersiedelte. F. besuchte das Gymnasium zu Gotha von 1812 — 15, trat Ostern 1815 als Lehrling beim Vater ein, hörte zugleich Collegien, studierte von Ostern 1817 an in Berlin, beteiligte sich an beiden Orten 1818—23 an der burschenschaftlichen Bewegung und bildete sich in Hamburg und Frankfurt a. M. zum Buchhändler aus. Nach einer längern Reise durch Deutschland, die Schweiz, Oberitalien, Frankreich, Belgien und Holland trat er 1825 als Teilnehmer in das väterliche Geschäft und an Stelle seines ausgeschiedenen Oheims Wesselhöft auch für die Druckerei ein, welche er bei diesem und in Frankfurt a. M. ordnungsmäßig erlernt hatte. Im J. 1830 verband er mit seinem Verlagsgeschäft ein Sortiment. Nach dem 1837 erfolgten Tode seines Vaters beschränkte er sich darauf, in seinem Verlage dem alten Stamme guter wissenschaftlicher und Schulbücher einiges hinzuzufügen, und übernahm auch das Amt des Bücherversteigerers bei der Universität. Von 1830 bis 1864 gehörte er mit geringen Unterbrechungen dem Vorstande des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler an, ferner war er Mitglied verschiedener Ausschüsse desselben, unter andern des zum Bau einer Buchhändlerbörse in Leipzig, und hat von den in diesen beratenen Denkschriften Nr. 4 (gegen das ewige Verlagsrecht) und Nr. 7 (über die Organisation des deutschen Buchhandels) entworfen und schließlich redigiert. Im I. 1834 nahm er Teil an einer auf Veranlassung der königl. sächs. Regierung vom Börsenvorstande nach Leipzig berufenen Versammlung deutscher Buchhändler, welche Vorschläge zur Feststellung der litterarischen Rechtsverhältnisse in Deutschland berieten. Zu Anfang der vierziger Jahre gab er den Anstoß zur Gründung von Kreisvereinen im Buchhandel, die erst nach 40 Jahren allgemeiner wurden. F. veröffentlichte: Das Burschenfest auf der Wartburg (Jena 1817), Das Frommannsche Hausv (2. Aufl., Jena 1872); 4Geschichte des Börsenvereins der Deutschen Buchhändlerp (Lpz. 1875); «Die amerikanischen Stimmen von Dr. Hering in Philadelphias (Jena 1871); Unsere Ausländerei o (Jena 1873), «Taschenbuch für Fußreisendes (2. Aufl. von Ratzel, Jena 1880), Hermann von Rotenhan, eine Lebensskizzes (Jena 1882) und außerdem viele Aufsätze im (Börsenblatt für den deutschen Buchhandel ». Sein Sohn Eduard F., geb. 16. Juli 1834 zu Jena, widmete sich ebenfalls dem Buchhandel, übernahm 1860 das Sortimentsgeschäft und verdemsc damit ein Antiquariat, das er später sich deutsche Philologie beschränkte und welches si durch gute Auswahl und Reichtum der Kataloge auszeichnete. Er veröffentlichte Aufsätze zur Geschichte des Buchhandels im 16. Jahrh. » (Hft. 1: «Frankreicho, Jena 1876; Hft. 2: KItalieno, 1881) und starb 9. Mai 1881.