FeedFrösche
TierreichBrockhaus 1882

Frösche (Ranida) heißt eine zu den Amphibien (s. d.) und zwar zu den Froschlurchen oder Batrachiern (s. d.) gehörige Familie, die sich von den Kröten, ihren nächsten Verwandten, durch die meist glatte, drüsenlose Haut, die langen, zu großen Sprüngen befähigenden Hinterbeine, die meist durch chwimmhaut verbundenen Zehen derselben, ganz besonders aber durch die Bezahnung unterscheiden, indem alle F. im Oberkiefer und Gaumen Zähne tragen, während das Maul der Kröten ganz zahnlos ist. Letzterer Charakter ist allein ausschließlich, denn man zählt auch Tiere mit warziger Haut, die oben Zähne im Maule haben, zu den F., z. B. Unken. Wie alle Batrachier, bestehen sie eine Metamorphose aus Kaulquappen. Sie leben fämtlich von Insekten, welche sie dur Umklappen der vorn angehefteten, breiten und klebrigen Zunge fangen. Die meisten besitzen eine starke Stimme, deren Schall noch durch oft nur bei den Männchen vorhandene Kehlblasen verstärkt wird. Man kennt, besonders aus südl. Gegenden, viele Arten, die man in zwei größere Gruppen teilt: die Laubfrösche (s. d.) und die eigentlichen Frösche (Ranae) mit schlanken Zehenspitzen. Zu letztern gehören von den in Mitteleuropa lebenden F. zwei Arten: der Thau⸗ oder Landfrosch (Rana temporaria) und der grüne, größere Teich- oder Wasserfrosch (R. esculenta). Von ersterer Art hat man drei Varietäten, die stumpfschnauzige (R. platyrhina), spitzschnauzige (R. oxyrhina) und flinke (R. agilis) unterschieden. Die Schenkel aller dieser Arten werden besonders in Frankreich als Speise sehr geschätzt. In Amerika werden dieselben durch den weit größern und laut brüllenden Ochsenfrosch (Bull frog, R. mugiens) vertreten. Andere einheimische, aber mehr krötenähnliche Tiere, welche durch ihre Bezahnung den F. sich anreihen, sind: der Fesselfrosch oder die Geburtshelfertröte (Alytes obstetricans), besonders in Mergelgruben, ausgezeichnet durch die Eigentümlichkeit, daß die Männchen sich die befruchteten Eierschnüre um die Schenkel wickeln und während mehrerer Wochen im Mergel vergraben, bis die Quappen entwickelt sind; die Unke (Bombinator igneus) und die Wasserkröte oder Knoblauchskröte (Pelobates fuscus) mit roten Warzen an den Seiten und von starkem Knoblauchsgeruche. (Abbildungen s. auf Tafel: Lurche.) Vgl. Ecker, (Die Anatomie des Froschesv (3 Bde., Braunschw. 1864 -82). roschfisch, s. unter Armflosser. mit warziger Haut und Aeiwei im Oberkiefer.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 378Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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