Fruchtholz nennt man diejenigen kleinern Zweige des Obstbaums, welche bestimmt sind, Frucht zu erzeugen. Es tritt in verschiedener Gestalt auf und führt verschiedene Namen. Fruchtruten sind bei Kern⸗ wie bei Steinobstbäumen seitenständige, meistens etwas gebogene Zweige von 15—30 em Länge; an ihnen entwickeln sich in den auf ihre Telden folgenden Jahren außer Blätterknospen (welche den übergang bilden von den Holz⸗ zu den Fruchtknospen) Ringelwüchse und seise, itens Fruchtspieße sind bis 12 m lange, eife, seitenständige Zweige, welche beim Kernobst häufig schon im ersten Jahre Blätterknospen, beim Steinobst außer der Endknospe nur Blütenknospen tragen. Beide Zweiggebilde sind beim Kernobst nur in der Entwickelung begriffenes F., beim Steinobst aber die eden Fruchtzweige. Ringelspieße nennt man kurze, nur bis 5 em lange Zweige, an denen die Narben früherer Blätter oft zu müichmr an Wülsten verschmolzen sind. Sie finden sich nur an Kernobstbäumen und ihre Endknospe ist immer eine Blätter⸗ oder eine Blütenknospe. Ringelwüchse kommen ebenfalls nur beim Kernobst vor. Man versteht darunter kurze, dicke, von unten bis oben wulstig-geringelte Zweige mit einer Blätter-oder Blütenknospe an der Spitze. Bouquetzweige vertreten bei den Steinobstbäumen die letzten beiden Fruchtholzgebilde und sind kurze Zweige mit einer Holzknospe an der Spitze, sonst aber in ihrer ganzen Länge mit Blütenknospen besetzt. Eunger tkuchen nennt man beim Kernobst Anschwellungen an der Spitze der Fruchtruten, wenn hier der Zweig durch Früchte abgeschlossen wurde und sich somit nicht mehr verlängern kann. Diese Verdickungen verästeln sich durch seitlich entstehende Knospen und geben dann das sog. Quirolz. Diese Fruchtholzgebilde hervorzurufen, fruchtar zu erhalten und zu verjüngen ist Sache eines rationellen Schnittes. Feuchtkutel s. unter Blattkäfer. ruchtknoten (germen oder ovarium) heißt in der Botanik derjenige Teil der Blüte, der aus den Fruchtblättern gebildet wird und die Samenknospen (ovula) in seiner Höhlung einschließt. Diejenigen Stellen des F., an denen die Samenknospen sitzen, heißen die Placenta oder der Samenträger. Der F. kann entweder ober⸗ oder unterständig sein (s. Blüte); im erstern Falle wird er ausschließlich von den Carpellen gebildet, im letztern Falle dagegen beteiligt sich meist auch die Blütenachse an der Bildung desselben. Je nach der Anzahl der Fächer (loculi), die im Innern des F. vorhanden sind, unterscheidet man ein⸗ oder mehrfächerige F. (ovarium uniloculare, biloculare, triloculare u. s. w.). Diese Fächer können entweder in derselben Anzahl vorhanden sein, wie die Carpelle, die den F. bilden, oder es findet sich eine eringere oder auch eine größere Zahl derselben vor; in dem erstern Falle bilden mehrere Carpelle zuammen eine Höhlung, im letztern dagegen treten in den einzelnen Carpellen noch nachträglich Wände, sog. falsche Scheidewände, auf. über die Anordnung der Samenknospen und der Placenten in F. s. Samenknospe und Placenta.