FeedGagern (Maximilian, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Gagern (Maximilian, Freiherr von), jüngster Bruder des vorigen, geb. 26. März 1810 zu Weilburg, stand 1829—33 in niederländischen, hierauf als Ministerialrat in nassauischen Staatsdiensten. Die Bewegung von 1848 brachte ihn in die Nationalversammlung, wo er sich seinem Bruder Heinrich anschloß. Bei der Bildung des ersten Reichs-⸗ ministeriums ward er Unterstaatssekretär im Departement des Auswärtigen, konnte aber in Schleswig-Holstein als Beauftragter der Centralgewalt den Abschluß des sog. Malmöer Vertrags durch Preußen nicht hindern. Nach Auflösung der Deutschen Nationalversammlung war G. 1850 als Abgeordneter zum erfurter Unionsparlament in bundesstaatlicher Richtung thätig. Seit dem Scheitern dieser Bemühungen beschränkte er sich zunächst auf seine amtliche Thätigkeit im nassauischen Staatsdienste. Er trat einige Jahre später zum Katholizismus über und wurde 1855 österr. Hof- und Ministerialrat im Departement des Auswärtigen. Mit der Geheimratswürde ausgezeichnet und bei Eintritt der liberalen Ara mit dem handelspolit. Referat betraut, trat er 1871 in den Ruhestand. Beim Pairsschub unter Graf Taaffe wurde G. 20. Jan. 1881 zur Verstärkung der feudal-klerikalen Partei ins Herrenhaus als lebenslängliches Mitglied berufen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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