Münchhausen (Alex., Freiherr von), hannov. Staatsmann, geb. 10. Sept. 1813 zu Apelern in der Grafschaft Schaumburg, studierte in Berlin und Göttingen die Rechte, trat 1836 als Auditor in den hannov. Staatsdienst und war 1844 Kammerrat. Seit 1841 war er als Abgeordneter der hoyaschen Ritterschaft Mitglied der Ersten Kammer, wo er konservativ-aristokratische Grundsätze vertrat. Im J. 1847 wurde er Kabinettsrat, gelangte nach dem Rücktritt des Märzministeriums als Minister des königl. Hauses und des Auswärtigen 26. Okt. 1850 an die Spitze der Regierung, die er bis 22. Nov. 1851 leitete. Seit 1856 vertrat er die Stadt Stade in der Zweiten Kammer. Hier schloß er sich der Opposition gegen die reaktionären Maßregeln des Ministeriums Borries an, trat jedoch nach der Annexion Hannovers der welfisch-partikularistischen Partei bei, wurde 1867 vom Stadtkreis Hannover in den Konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes gewählt und stimmte hier gegen die Reichsverfassung. Beim Ausbruch des Kriegs 1870 erließ M. einen Aufruf an seine polit. Gesinnungsgenossen, infolge dessen er einige Wochen in Königsberg interniert wurde. M. lebt auf seinem Gute Apelern.