FeedGail
ErdkundeBrockhaus 1882

Gail, rechtsseitiger Nebenfluß der Drau, kommt aus den Karnischen Alpen an der Grenze Tirols, durchfließt ein 92 Em langes Thal mit wohlhabenden Dörfern, deren Bewohner ihre eigentümliche slaw. Sitte bewahrt haben, und mündet nach einem Laufe von 130 km unterhalb Villach in die Drau. ail (Jean Baptiste), franz. Hellenist, geb. 4. Juli 1755 zu Paris, wurde 1791 Professor der griech. Litteratur am Collége royal de France, später Mitglied des Instituts, dann auch Conservateur der königl. Bibliothek. Er starb 5. Febr. 1829. Seine zahlreichen Werke bestehen teils in Übersetzungen und Ausgaben griech. Klassiker, wie des Homer (7 Bde., Par. 1801)„Theokrit, Anakreon, Herodot (2 Bde., Par. 1823, nebst Atlas), Thucydides, Xenophon, Lucian u. a., teils in philologischen Kommentaren, wohin namentlich sein reichhaltiges Kollektivwerk „Le philologue, ou recherches historiques, géographiques, militaires, etc.v (22 Bde., Par. 1814—28, nebst Atlas) zu zählen ist. Auch seine grammatischen Arbeiten über das Griechische waren nicht ohne Verdienst. Aufsehen erregte seine 6Eëographie d'Hérodote (2 Bde., Par. 1823, mit Atlas). — Gis geistreiche Gattin, Sophie, geborene Garre (geb. 28. Aug. 1775, gest. 24. Juli 1819), von der er sich aber wenige sch d nach der Verbindung wieder trennte, erwarb sich durch ihre Kompositionen einen Namen, insbesondere durch die einaktige Oper Les deux jalouxo und die Oper „La sérénade v. — Beider Sohn, Jean Frangois G., geb. 28. Okt. 1795, gest. 22. April 1845, hat sich ebenfalls als Philolog und Kritiker, besonders durch seine Ausgabe der „Geographi minores (3 Bde., Par. 1826 —31) einen geachteten Namen erworben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6