Gallait (Louis), hervorragender belg. Historienmaler, geb. 10. Mai 1810 zu Tournai, erhielt seine künstlerische Bildung daselbst, studierte nachher in Antwerpen, zuletzt in Paris, wo er mehrere Jahre lebte und der befreundete Verkehr mit Ary Scheffer und andern bedeutenden neuern franz. Malern nicht ohne Einfluß auf seine künstlerischen Bestrebungen blieb. Das erste Bild, das 1836 von ihm in die Offentlichkeit gelangte, war Hiob und seine Freunde lim Museum des Luxembourg zu Paris), welchem die Eroberung Antiochiens von Gottfried von Bouillon, ein wirkungsvolles Nachtstück, folgte. Seinen eigentlichen Ruf als Sieowdanfum begründete er jedoch 1841 durch die Abdankung Kaiser Karls V. (im Audienzsaale des Cassationshofs zu Brüssel), durch welches Werk er sich an die Spitze der neuern belg. Malerschule gestellt sah. Das Gemälde, durch meisterhafte Technik ausgezeichnet, fesselt vorzugsweise durch die Unmittelbarkeit und Werken G). Kraft der Darstellung. In den spätern Werken G.s tritt hauptsächlich die durch feinste Ausarbeitung und Abtönung des Kolorits vermittelte Seelenschilderung in den Vordergrund. Von diesen Gemälden sind besonders I. uheben: Tasso im Gefängnis (im königl. Schloß zu Brüssel), die Versuchung des heil. Antonius (ebendaselbst), die letzten Augenblicke Egmonds (in der Nationalgalerie zu Berlin) und die Ausstellung der hinrichteten Grafen Egmond und Hoorn (1851). Legteres Bild, welches von seiner Vaterstadt Tournai angekauft wurde, zeigt zwar die Meisterschaft des Künstlers in Bezug auf Farbengebung und Charakteristik, verlezt aber durch den Gegenstand das ästhetische 20bn Ein großes Historienbild, die wahnsinnige Johanna mit der Leiche Philipps von Burgund (1859), gehörte wieder zu seinen bedeutendsten Leistungen. In neuerer Zeit hat G. eine Reihe vorzüglicher Genrestücke geschaffen, wie Murillo und das Modell, die Fischerwitwe am Meeresstrande, slowakische Musikanten, Gebet nach der Weinlese u. s. w. Auch als Porträtmaler erwarb er sich Ruf. Unter andern malte er während eines längern Aufenthalts in Italien die Bildnisse des Papstes Pius IX. und des Kardinals Antonelli (1862). Auf der ersten Internationalen Kunstausstellung zu Wien (1882) erschien der Meister mit einem neuen, in kolossalem Format ausgeführten Historienbild: die Pest von Tournai, dessen Bedeutung seine frühern Leistungen jedoch nicht in den Schatten stellte. alläker (Gallaeci oder Callaici), ein altspan. Volk, welches anscheinend den Lusitanern sprachlich und vor der röm. Eroberung auch politisch sehr alh stand und auf die Nordwestecke der Pyrenäenhalbinsel den Namen Galicia vererbt hat, wohnte in 40 Gauen oder Kantonen nördlich vom untern Duero und westlich von den Asturiern. Ihr Riederland zwischen Duero und Minho, 24 Kantone, von den Römern nach der Gerichtshauptstadt Bracara (etzt Braga) das Land der Gallaeci Bracarenses genannt, wurde schon 136 —135 v. Chr. von den Römern unterworfen und zu der jenseitigen span. Provinz geschlagen. Der rauhe Norden, 16 Kantone, ieß bei den Römern nach der durch Augustus angeegten Centralstadt Lucus Augusti (jetzt Lugo) das Land der Gallaeci Lucenses. Unter Augustus wurde das Land zur Provinz Tarraconensis geschlagen, Caracalla dagegen machte um 216 n. Chr. aus demselben und Asturien eine eigene Provinz Gallaecia.