FeedGalletti (Joh. Georg Aug.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Galletti (Joh. Georg Aug.), deutscher Geschichtschreiber, geb. zu Altenburg 19. Aug. 1750, studierte seit 1765 zu Göttingen unter Püttner und Schlözer die Rechte und Geschichte, und wurde 1772 Kollaborator, 1783 Professor am Gymnasium zu Gotha, auch 1816 vom Herzoge von Gotha zum Hofrat, Historiographen und Geographen ernannt. Nachdem er 1819 sein Lehramt niederelegt, starb er 26. März 1828. G. war ein leißiger Sammler und die Zahl seiner Schriften ist sehr bedeutend. Obschon er durch mehrere derselben die Geschichte wesentlich bereicherte, überwiegt doch das Verdienst, welches er sich um den Jugendunterricht durch Abfassung mehrerer, vielfach aufgelegter Lehrbücher erwarb. Unter seinen größern Werken sind zu erwähnen: „Geschichte und Beschreibung des Herzogtums Gothap (4 Bde., Gotha 1782—85), „(Geschichte Deutschlandso (10 Bde., Halle 1785—96), ein Teil der großen hallischen „Weltgeschichtes, «Kleine Weltgeschichtes (27 Bde., Gotha 1787-1819), Allgemeine Weltkunder (Lpz. 1807; 12. Aufl. von Brachelli und Falk, Pest 1859 —61), „«Geschichte der Französischen Revolutiono (3 Bde., Gotha 1809—10), «Allgemeine Kulturgeschichte der drei letzten Jahrhundertes (2 Bde., Gotha 1814), «Geschichte der Staaten und Völker der alten Welte (3 Bde., Berl. 1825—26) und 4Geschichte der Fürstentümer der Herzöge von Sachsen von der gothaischen Linie des Ernestinischen Hauseso (Gotha 1825). Für die unter seiner Mitwirkung und Leitung von Hahn herausgegebene Kabinettsbibliothek der Geschichter lieferte er die Geschichte von Griechenlando (2 Bde., Gotha 1826) und die „Geschichte des Osmanischen Staatsv (Gotha 1826). G. litt bei seiner umfassenden Gelehrsamkeit an außerordentlicher Zerstreutheit, in der er oft die seltsamsten Verwechselungen in Gedanken und Worten beging. Ein Teil dieser Aussprüche wurden als «Gallettiana (Berl. 1867) gesammelt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 485Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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