FeedGatterer (Joh. Christoph)
ReligionBrockhaus 1882

Gatterer (Joh. Christoph), deutscher Geschichtsforscher, geb.13. Juli 1727zu Lichtenau bei Nürnberg, studierte zu Altdorf, wurde 1755 Gymnasiallehrer zu Nürnberg und 1759 Alptiden der Geschichte zu Göttingen, wo er 5. April 1799 starb. Er beherrschte das ganze Gebiet der Geschichte und ihrer Rületn und hat sich um das Studium der histor. Wissenschaft große und bleibende Verdienste erworben, indem er einesteils zuerst den Begriff der Universalgeschichte richtig erfaßte und in deren Behandlung die synchronistische Methode zur Geltung brachte, andernteils den Zusammenhang der eigentlichen Geschichte mit deren Hilfswissenschaften erklärte und letztere selbst nach festen Prinzipien in sich gliederte und begrenzte. G.s Hauptwerke sind: «„Die Weltgeschichte in ihrem ganzen Umfanger (Bd. 1 u. 2, Gött. 1785—87) und der Versuch einer allgemeinen Weltgeschichte bis zur Entdeckung von Amerikav (Nürnb. 1792). Hieran reihen sich seine Lehrbücher der einzelnen histor. Hilfswissenschaften, unter denen mehrere, wie der Abriß der Diplomatiko (Gött. 1798) und die «Praktische Diplomatiko (Gött. 1799), der Abriß der Genealogies (Gött. 1788), der «Abriß der Heraldiky (2. Aufl., Gött. 1792) nebst der Praktischen Heraldiko (Nürnb. 1791) und der Kurze Begriff der Geographier (2. Aufl., Gött. 1793), auf ihren Gebieten epochemachend gewirkt haben. Die Societät der Wissenschaften zu Göttingen hatte an G. eins ihrer thätigsten Mitglieder; er selbst stiftete 1764 das Historische Institut, dessen Direktor er seit 1767 war. Vgl. Wesendonck, Die Begründung der neuern deutschen Geschichtschreibung durch G. und Schlözerv (Lpz. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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