Gambara (Veronica), ital. Dichterin, aus einem edeln lombard. Geschlecht, Schwester des Kardinals Uberto und Mutter des Kardinals Girolamo da Correggio, ward 29. Nov. 1485 in der Nähe von Brescia geboren. Schon frühzeitig zeigte sie bedeutende geistige Anlagen und erhielt eine I und sogar gelehrte Erziehung. Besonre Förderung verdankte sie dem Kardinal Bembo, mit welchem sie noch als Kind einen lebhaften Briefwechsel unterhielt. Mit dem verwitweten Giberto, Herrscher von Correggio, 1509 verheiratet, verlor sie ihren Gemahl nach neun Tihens einer sehr glücklichen Ehe. Den Rest ihres Lebens widmete sie den Studien und der Poesie. Gleich ihrer Zeitgenossin Vittoria Colonna legte sie die Trauerkleider der Witwe nie wieder ab, ließ sogar ihre Zimmer im Schlosse von Correggio schwarz ausschlagen. Kaiser Karl V. besuchte sie in Correggio 1530. Sie starb 13. Juni 1550. Ihre Gedichte, meist Sonette, ausgezeichnet durch zarte Gesinnung und feines Schönheitsgefühl wie durch reinen und edeln Stil, finden sich zum größern Teile in den Fiori delle rime dei poeti illustris (Vened. 1558). Ihre gesammelten Werke gab Rizzardi unter dem Titel Rime e lettere di Veronica (Ml. 1 1759), die Rime „ neuestens Guerrini Mail. 1882) heraus. Der Ausgabe von Rizzardi ist die Lebensbeschreibung der Dichterin von B. Camillo Zamboni beigefügt.