FeedGuidiccioni (Giovanni)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Guidiccioni (Giovanni), ital. Dichter, geb. zu Lucca 25. Febr. 1500, studierte in Pisa, Padua, Bologna und Ferrara Philosophie, Rechtswissenschaft und Theologie, worauf ihm der Kardinal Bartholomäus G., sein Oheim, eine Anstellung beim Kardinal Alessandro Farnese, dem nachherigen Papst Paul III., verschaffte. Des Hoflebens überdrüssig, zog er sich 1533 nach seiner Vaterstadt zurück. Als aber im I Stund Jahre der Kardinal Farnese den päpstl. Stuhl bestieg, berief ihn dieser wieder nach Rom, ernannte ihn zum Gouverneur der Stadt und im gleichen Jahre zum Bischof von Fossombrone. Im J. 1535 wurde er als päpstl. Legat zum Kaiser Karl V. gesandt, den er auf mehrern Reisen begleitete; c1539 wurde er zum Präsidenten der Romagna, dann zum Generalkommissar der päpstl. Armeen und endlich zum Gouverneur der Marken ernannt. Er starb 1541 in Macerata. Seine litterarischen Arbeiten bestehen aus Reden, Briefen und lyrischen Gedichten. Als Dichter zeichnet er sich aus durch Eleganz der Sprache und Korrektheit des Stils, ist aber, namentlich in einem großen Teile seiner Sonette, ein sklavischer Nachahmer des Petrarca. Die vollständigste Ausgabe seiner Gedichte ist zu Bergamo erschienen (&Rime v, 1753); die von Berti begonnene Ausgabe seiner 4Operen (Genua 1749) ist unvollendet geblieben. Eine neue, vollständige Ausgabe seiner Werke hat Carlo Minutoli besorgt (2 Bde., Flor. 1867). Vgl. G. B. Rota, „Della vita et delle opere di Giovanni G.v (Bergamo 1753).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 604Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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