Garamond (Claude), berühmter Stempelschneider, geb. zu Paris gegen Ende des 15. Jahrh., gest. daselbst 1561. Er soll bei Geoffroy Tory gelernt und die Typen zu dessen „Champ fleury v (1526), welches eine Sammlung von Alphabeten enthält, geliefert haben. Er verbesserte die Antiqua und gab ihr die Form, welche heutzutage unter dem Namen Mediäval wieder modern geworden ist (die pariser Staatsdruckerei besitzt noch die Punzen dieser Schrift). Durch diese Arbeiten erwarb er sich solchen Ruf, daß König Franz I. sie von ihm für den Druck der alten Autoren griechisch schneiden ließ, zu welcher der Kalligraph Ange Vergoce aus Candia die Zeichnungen lieferte und welche unter dem Namen Grécs du roi berühmt geworden sind. Das erste mit diesen Typen gedruckte Werk war die Ausgabe des Eusebius von 1544. Später legte sich G. auch auf den Buchhandel, denn die Geschichte der Nachfolger Alexanders d. Gr. von Claude Seyssel trägt die Unterschrift: Imprimé à Paris par Pierre Gaultier, pour Jehan Barbé et Claude Garamond 1545.9 In der Buchdruckerei hat sich sein Name in der Schriftgattung Garmond (s. d.) erhalten.