FeedGeest
ErdkundeBrockhaus 1882

Geest (plattdeutsch, soviel wie «trocken v) ist in Nordwestdeutschland an der untern Elbe, Weser und Ems, in Schleswig-Holstein, Hannover, Oldenburg, Westfalen und den Niederlanden die Bezeichnung für das im Gegensatz zu dem tiefern und flachen Marschlande (s. d.) höher gelegene, hügelige, trockene und minder fruchtbare Land. Dasselbe besteht aus einem Gemisch von Grus, Sand und Gerölle, auch Mergel und Lehm, ist teils mit Heide bedeckt, stellenweise sogar bewaldet, teils mit Quellen und Bächen versehen und, namentlich am Rande der Marsch, bebaut. In engerer Bedeutung des Wortes gehört die Lüneburger Heide nicht zur Geestgegend, sondern nur die niedrigern, vom Landrücken entferntern Sandstrecken nach Elbe und Aller hin, ein Mittelland zwischen Marsch und Heide; es wechseln darin Heiden, Wälder, Moore und bebaute Gegenden. — Die Hohe Geest heißt der mittlere Landstrich von N. nach S. in Schleswig-Holstein, der im O. hügelig, im W. sanft gewellt erscheint und von seinen ehemaligen dichten Waldungen nur noch schmale Reste trägt. Namentlich macht der Westen den traurigsten Eindruck, sowie auch die großen Heiden bei Segeberg und Neumünster und die zwischen Flensburg und Tondern oder zwischen Hadersleben und Lügumkloster.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 630Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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