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NaturlehreBrockhaus 1882

Gefrittete Sandsteine oder auch verglaste Sandsteine sind ursprünglich mergelige oder thonige Sandsteine, welche, indem sie von Basalt durchbrochen oder als abgesprengte größere und kleinere Fragmente von diesem umhüllt wurden, unter dem Einfluß des glutflüssigen Eruptivgesteins eine eigentümliche Veränderung erfahren haben. Sie sind prismatisch in mehr oder weniger dicke Säulen abgesondert, hart und klingend und dabei in der Weise metamorphosiert worden, daß eine dunkle firnisähnliche Glassubstanz die Zwischenräume zwischen den eckigen und rundlichen vielfach zerborstenen Quarzkörnern ausfüllt. Dieses bräunliche Glas, welches selbst verschiedene mikroskopische krystallinische Ausscheidungsprodukte in sich enthält, ist entstanden durch die Schmelzung der eisen⸗ und kalkhaltigen Thonteilchen innerhalb des einer großen Hitze ausgesetzt gewesenen Sandsteins, dessen Quarzkörner dabei bis auf die erhaltenen Sprünge unversehrt geblieben sind. Solche veränderte Sandsteine sind namentlich im mittlern Westdeutschland bekannt, z. B. bei Oberellenbach in Niederhessen, am Wildenstein bei Büdingen, Stoppelsberg bei Hünfeld, Steinberg bei Breuna, Braunsberg bei Kassel, Kalvarienberg bei Fulda, Otzberg bei Darmstadt, auch im Thüringerwalde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 647Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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