Geisa, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, im vierten Verwaltungsbezirke (Dermbach), am Nordabhange der Hohen Rhön, an der Mündung der Geisa in die Ulster, in 273 m Höhe, 16 kmeim ONO. von Hünfeld, Station der Linie Frankfurt a. M.⸗Bebra-Niederhone-Göttingen der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1880) 1609 C. davon 1299 Katholiken), ist Sitz eines Amtsgerichts, hat Korkschneiderei, Sacktuchweberei, Viehhandel, Gerbereien und Braunkohlenlager. Am 28. April 1883 wurde G. durch eine Feuersbrunst fast zur Hälfte (beinahe die ganze Unterstadt) zerstört, von 326 Häusern brannten, die Nebengebäude ungerechnet, gegen 90 nieder. Schon im Aug. 1858 wurde der Ort von einem verheerenden Feuer heimgesucht, welches damals die ganze Oberstadt in Asche legte. Dabei eine Ruine auf einem Basaltfelsen. G. gehörte bis 1803 dem Bistum (vor 1752 Abtei) Fulda. Heisa (ung. Gyözö, Geza, das lat. Victor), Herzog der Magyaren, reg. wahrscheinlich 972—995; er wird als Sohn seines Vorgängers Talsony und als Urenkel Arpäds (s. d.) betrachtet. G. hatte seine Residenz zu Gran und war mit Sarolta, der Tochter des Fürsten Julus (Gyula) vermählt. Diese war Christin und bemühte sich rührig um die Verbreitung christlicher Lehre. G. ließ sich wahrscheinlich erst im spätern Alter taufen, doch begünstigte er das Christentum. Er trat durch eine Botschaft an Kaiser Otto I. mit dem Deutschen Reiche in friedlichen Verkehr (973), hatte freundschaftliche Beiehungen zu dem passauer Bischof Pilgrim, ließ Ienen Sohn Waic war als König Stephan der Heilige) taufen und warb für denselben um die Hand der deutschen Prinzassn Gisela, der Tochter des Bayernherzogs Heinrich II. Noch ehe die Vermählung vollzogen ward, starb G. im J. 995 oder 997. Auch zwei Könige Ungarns führen diesen Namen. König Geisa I., Sohn Königs Bela I. (1061—63), zeichnete sich noch vor seiner Thronbesteigung als tapferer Krieger im Kampfe gegen die Kärntner, Kumanen, Petschenegen und Griechen aus; er hatte eine griechische Prinzessin, Synadene, zur Gemahlin und erhielt vom byzantin. Kaiser Michael Dukas 1073 eine Krone zum Geschenk, welche später als unterer Reif an die vom Papste Sylvester II. gesendete Krone Ungarns gefügt wurde. Vom König Salomon, seinem Vetter, am Leben e deuse erhob er sich wider ihn (1074) und besiegte denselben (Ende März 1074). Als König herrschte G. nur drei Vohn (1074—77). — König Geisa II. war der ohn Königs Bela II. 114 1141) und zählte bei seiner Thronbesteigung (1141) ungefähr zehn Jahre; während seiner Minderjährigkeit fhrte sein Oheim, der Serbe Belus, die Regierung. Eine dauernde Erinnerung bewahrte König G.s II. Herrschaft durch die Herbeirufung und Ansiedelung deutscher Kolonisten in Siebenbürgen und in der Zips (nach 1143). Kämpfe mit Deutschland (1146), dann der Kreuzzug 1147, Fehden mit den russischen Verwandten (1149 —52) und gegen den Byzantiner Manuel Komnenus (1152—56), sowie innere Streitigkeiten mit Thronprätendenten füllten den meisten eil der Regierung G.s aus. Er starb 31. Mai 1161.