Govone (Giuseppe), ital. General, geb. zu Isola d'Asti in Piemont 19. Nov. 1825, besuchte die Militärschule zu Turin und trat aus dieser 1845 als Lieutenant in den sardin. Generalstab ein. Den Feldzug gegen Ssterreich machte G. 1848 unter Lamarmora mit, dahden Vertrauen er in hohem Maße erwarb. Im folgenden Jahre nahm G. an dem Feldzuge in Schleswig-Holstein im Hauptquartier des preuß. Generals von Wrangel teil, ebenso 1853 und 1854 am Orientkriege im Hauptquartier Omer-t Paschas, später des Marschalls Saint-Arnaud. Als 1855 General Lamarmora ein sardin. Hilfskorps l nach der Krim führte, wurde G. als zweiter Stabs-f chef diesem zugeteilt und blieb auch im ital. Feld⸗( zuge 1859 an dessen Seite, übernahm dana ein Militärkommando in den neuerworbenen Provinzen und zeichnete sich auch hierbei durch Festigkeit und Umsicht aus. Schon 1863 wurde G., nach nur 18jähriger Dienstzeit, zum General befördert und 1866 als Unterhändler nach Berlin gesendet, wo er 8. April das preuß.⸗ital. Bündnis abschloß; seine damaligen polit. Berichte hat Lamarmora 1873 dem Werke Un po più de lucep veröffentlicht. Als dann im Juni der Krieg gegen Österreich und dessen Verbündete ausbrach, übernahm G. den Befehl über die 9. Division, welche er in der Schlacht von Custozza mit Auszeichnung führte. Nach dem Friedensschlusse trat G. an die Spitze des Generalstabes, 1867 in die Deputiertenkammer. Im Dez. 1869 übernahm G. die Leitung des Kriegsministeriums und ließ bedeutende Ersparnisse im Bereiche der Kriegsverwaltung eintreten, welche die Schlagfertigkeit des ital. Heers stark beeinträchtigten. Als dann plötzlich der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, warf General Cialdini G. vor, Italien durch seine auf Erzielung von Ers 7— gerichteten Maßnahmen wehrlos gemacht zu haben. G. machte in der Verzweiflung hierüber einen Selbstmordversuch, fand jedoch nicht den Tod; doch blieb sein Geist fortan umnachtet. Er starb 25. Jan. 1872 zu Alba in Piemont.