Gela, eine von Rhodiern und Kretern im Verein mit andern dorischen Auswanderern 690 v. Chr. gegründete griech. Stadt auf der Südküste Siciliens am gleichnamigen Flusse, an der Stelle des jetzigen Terra-Nuova. Schon 581 wurde von G. aus Akragas (Agrigent) gegründet. Seine größte Macht aber erlangte G., nachdem zuerst Kleander 505 sich zum Tyrannen aufgeworfen, unter dessen Bruder Hippokrates, der fast die ganze Osthälfte Siciliens bis auf Syrakus unterwarf. Auch diese Stadt gewann des Hippokrates Nachfolger, Gelon (s. d.), der seinen Sitz dahin verlegte und seinem Bruder Hieron die Verwaltung von G. überließ, das nun von Gelon der Hälfte seiner Einwohner, die nach Syrakus versetzt wurden, beraubt, gegen Syrakus und Agrigent zurücktrat. Nach dem Tode Hierons, der seinem Bruder in der Herrschaft gefolgt war, wurde G. wieder selbständig. Als der Tyrann Dionysius 405 gegen die Karthager eine Schlacht bei G. verloren hatte, verpflanzte er die Einwohner nach Syrakus. Von Timoleon (s. d.) um 340 v. Chr. namentlich durch Kolonisten aus Keos wieder bevölkert, ward es wahrscheinlich 282 von den Mamertinern zerstört und die Bewohner (Geloer) wurden durch den Tyrannen Phintias von Agrigent in der von ihm begründeten Stadt Phintias (dem jetzigen Licata) angesiedelt. Vgl. Holm, «Geschichte Sicilienso (2 Bde., Lpz. 1870—74).