FeedGeoffrin (Marie Therese)
GeschichteBrockhaus 1882

Geoffrin (Marie Therese), eine der geistreichsten Frauen des 18. Jahrh., geb. zu Paris 2. Juni 1699, war die Tochter eines Kammerdieners der Dauphiné, Namens Rodet. Bereits in ihrem 15. Jahre vermählte sie sich mit dem Fabrikanten G., der wenige Jahre nachher starb und ihr ein nicht unbedeutendes Vermögen hinterließ. Durch Geist und Charakter ausgezeichnet, lebte sie nun im Umgang mit Gelehrten und Künstlern. Ihr Haus war der Sammelplatz aller derer, die sich fur Wissenschaft und Kunst interessierten, worunter auch Poniatowski, der nachmalige König von Polen, war. Auf dessen Einladung unternahm sie 1766 eine Reise nach Warschau, wo sie mit Zuvorkommenheit aufgenommen wurde, wie denn auch in Wien die Kaiserin Maria Theresia und deren Sohn, der spätere Kaiser Joseph II., sie mit hoher Achtung empfingen. Sie starb im Okt. 1777. Zur Herausgabe der Encyclopédiep soll sie mehr als 100000 Frs. beigesteuert haben. D'Alembert, Thomas und Morellet widmeten ihr Elogien, die in den Mloges de Madame G.v (Par. 1812) gesammelt sind. Morellet gab auch ihre Abhandlung Sur la conversationo und ihre Lettreso heraus. Vgl. Mouy, Correspondance inédite du roi Stanislaus-Auguste Poniatowsky et de Madame G. 1764— 77 (Par. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 790Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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