FeedGeorg II. (August)
GeschichteBrockhaus 1882

Georg II. (August), König von Großbritannien und Irland, Kurfürst von Hannover, 1727 — 60, der Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. als Erbprinz von Hannover 30. Okt. 1683, kämpfte im Spanischen Erbfolgekriege mit den Alliierten, wurde 1706 zum Herzog von Cambridge in der engl. Peerage ernannt und erhielt seit der Erhebung seines Hauses auf den brit. Thron als Kronerbe den Titel eines Prinzen von Wales. Seine Regierung ward eröffnet durch den Frieden von Sevilla R Nov. 1729), der durch Walpoles Politik ehn Jahre aufrecht erhalten wurde. Auch dann träubie sich der Minister lange, dem kriegseifrigen Monarchen zu folgen, mußte aber dessen Drängen und dem Druck der öffentlichen Meinung weichen, um durch die Absendung einer bedeutenden Flotte nach dem Mittelmeere von Spanien die engl. zpingenpe Du d in den amerik. Meeren zu erwingen. u diesem durch die Eroberung von Portobeilo und den glänzenden Seezug Ansons bezeichneten Kriege kamen dann die österr. Erbstreitigkeiten; 1741 verpflichtete er sich gegen die Kaiserin Maria Theresia zur Aufrechthaltung der Pragmatischen Sanktion, bewog das Parlament zu ansehnlichen Subsidiengeldern und griff hierauf selbst zu den Waffen. Der Sieg bei Dettingen, den seine geschickte und kaltblütige Führung 27. Zaise 1743 über die Franzosen errang, rettete die aiserin vielleicht von dem Untergange. Während des Aufstandes der Jakobiten und der Landung des jungen Prätendenten, Karl Eduard (s. d.), in Schottland 1745, zeigte der König ebenfalls große Entschlossenheit. Nach dem Aachener Frieden von 1748 versuchte er die zerrütteten Finanzen zu heben; doch der Streit über die amerik. Besitzungen verwickelte seine Krone sehr bald in neue eilnahme für Friedrich II. am Siebenjährigen Kriege bestimmten. Inmitten der Erfolge, welche des großen Pitt Staatskunst davontrug, starb G. plötzlich 25. Okt. 1760 zu Kensington. Wie sein Vater hatte er eine besondere Vorliebe für Hannover. Die deutsche Wissenschaft dankt ihm die Gründung der Universität zu Göttingen (1734, eröffnet 1737). Unter seiner Regierung wurde auch das Britische Museum gestiftet. Er hatte sich 1705 mit Wilhelmine Karoline, der Tochter des Markgrafen Johann Friedrich von Ansbach, vermählt, die trotz seiner vielfachen Beweise von Untreue großen Einfluß auf ihn übte, aber schon 1. Dez. 1737 starb; acht Kinder waren aus dieser Ehe entsprungen. Mit seinem ältesten Sohne, Friedrich Ludwig, Prinzen von Wales, der ihm 1751 im Tode voranging, hatte er im äußersten Zwiespalt gelebt. Vgl. Lord Hervey, «(Memoirs of George II.5 (herausg. von Croker, 2 Bde., Lond. 1847); Walpole, «Memoirs of the reign of George II.v (3 Bde., Lond. 1848—51).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 802Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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