Geothermometer (grch., soviel wie Erd⸗ oder Bodenwärmegradmesser) nennt man diejenigen Thermometer, welche zur Bestimmung der Temperatur des Erdbodens in verschiedenen Tiefen, in den Bohrlöchern bei artesischen Brunnen u. dgl. m., dienen. Für die obern Schichten des Erdbodens verwendet man G., welche in verschiedenen Tiefen des letztern bleibend so versenkt sind, daß die Enden ihrer Röhren und zugehörigen Skalen aus dem Boden hervorragen, um in regelmäßigen Perioden abgelesen zu werden. Die Kugeln solcher G. sind im Verhältnis zum Kaliber der Röhren sehr groß, damit der Einfluß der Temperatur jener Bodenschichten, durch welche die Röhren gehen, möglichst klein werde. Überdies läßt sich noch das Resultat durch Rechnung korrigieren, da man in verschiedenen Tiefen beobachtet. Um jedoch den Einfluß der Zwischenschichten nahezu gänzlich fortzuschaffen, schieben manche Beobachter die an einer Latte befestigten G. in hierzu gehörige Bohrlöcher, lassen dieselben hier in verschiedenen, bestimmten Tiefen längere Zeit, damit die Instrumente die dort herrschenden Temperaturen annehmen, und ziehen sie endlich behufs der Ablesung schnell empor. Da auch diese G. große Kugeln, mithin in letztern viel Quecksilber zu erwärmen haben, so ändern sich die Temperaturen der G. nur sehr langsam, weshalb sie längere Zeit in den Bohrlöchern bleiben müssen. Wenn aber später die G. rasch heraufgezogen werden, so zeigen dieselben, eben wegen ihrer Trägheit, die Temperatur jener Stellen der Löcher, wo sie so lange geblieben waren. Auch die Ausfluß-⸗, Extrem⸗ und Registrierthermometer können als G. gebraucht werden, die erstern auch in engen Bohrlöchern, letztere jedoch nur in weitern Höhlungen (Kellern, Schachten u. dgl. m.). Über die Ergebnisse der Beobachtungen mit den G., d. i. über die beobachteten Temperaturen in verschiedenen Tiefen des Erdbodens (4Erd- oder Bodentemperatureno), s. Erdwärme und Wärmequellen.