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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Gepiden, ein germanisches, den Goten stammverwandtes Volk, das zuerst um 280 n. Chr. erwähnt wird. Von der Mündung der Weichsel her waren sie nach Süden gezogen und wohnten anfangs nordwestlich von den Westgoten an den Karpaten. Als aber nach dem Tode Attilas (453), zu dessen Völkerheer auch sie gehörten, ihr König Arderich zuerst das Joch der Hunnen abwarf, nahmen sie das Land, aus welchem er diese verjagte, an der Theiß ein bis zur Donau und noch über diese hinaus an der untern Drau und Save, wo sie 488 bei Sirmium den nach Italien ziehenden Ostgoten vergebens den Wegzu verlegen suchten. Ihr Reich wurde 566 zertrümmert durch die ihnen verfeindeten Langobarden, ihre westl. Nachbarn, die sich unter Alboin mit den nomadischen Avaren verbündet hatten. Kunimund, der König der G., fiel mit vielen seines Volks. Dieses verschwindet seitdem, indem ein Teil sich den Langobarden beim Zuge nach Italien anschloß, der zurückbleibende Teil aber von den Avaren unterworfen wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 817Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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