Michelis (Friedr.), hervorragender Fusun der altkath. Bewegung, geb. 27. Juli 1815 zu rünster in Westfalen, studierte in Münster Theologie und erhielt 1838 die Priesterweihe, studierte darauf in Bonn Philologie, wurde dann Kaplan und Religionslehrer am Gymnasium zu Duisburg, 1819 Professor der Philologie und Geschichte am Seminar zu Paderborn, 1854 Direktor des theol. Konvikts zu Münster, 1855 Pfarrer zu Albachten bei Münster, 1864 Professor am Lyceum Hosianum zu Braunsberg. Seine philos. Schriften, wie die „Kritik der Güntherschen Philosophiev (Paderb. 1854), „Die Philosophie Platos in ihrer innern Beziehung zur geoffenbarten Wahrheitv (2. Abteil., Münster 1859—60), suchten eine Versöhnung der Philosophie mit den Lehren der kath. Kirche. Gegen Darwinismus und Materialismus kämpfte M. in der Zeitschrift Natur und Offenbarungv und in den Schriften Der kirchliche Standpunkt in der Naturforschung (Münster 1855), «Der Materialismus als Köhlerglaubes (Münster 1856), Häckelogenier (2. Abteil., Bonn 1876) u. a. m. Als Politiker gehörte M. der großdeutschen Partei an, war 1862 Mitbegründer des Reformvereins, 1866—67 Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses. Während des Konzils schrieb M. Die Unfehlbarkeit des Papstes im Lichte der kath. Wahrheits (Braunsb. 1869), Die Versuchung Christi und die Versuchung der Kirches (Braunsb. 1870) u. a. m. Nach dem Konzil wurde M. exkommuniziert und trat dem Altkatholizismus bei. Seit 1874 lebt M. als Seelsorger der altkath. Gemeinde in Freiburg i. Br. Von seinen Werken sind noch zu nennen Geschichte der Philosophie von Thales bis auf unsere Zeito (Braunsb. 1865), «Die Philosophie des Bewußtseinso (Bonn 1877), Kath. Dogmatiko (Freiburg 1881), «Das Gesamtergebnis der Naturforschung denkend erfaßto (Freiburg 1885).