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ReligionBrockhaus 1882

Gregor von itlücher . griech. Kirchenvater, Ver geehrt als geistlicher Redner und als eifriger erfechter der nicänischen Rechtgläubigkeit, geb. um 330 in dem Flecken Arianzus bei der Stadt Nazianz im südl. Kappadocien; von seiner frommen Mutter Nonna sorgfältig erzogen, widmete er sich im syr. und im palästinensischen Cäsarea, dann in Alexandria und zuletzt in Athen wissenschaftlichen Studien. Um 360 kehrte G. in die Heimat zurück und empfing die Taufe. Zur Übernahme eines geistlichen Amts konnte er sich jedoch nicht entschließen, sondern begab sich zu seinem Freunde Basilius d. Gr. Aus den gemeinsamen Studien ging eine Blütenlese aus den Schriften des Origenes hervor, «Philokaließo genannt. Von seinem Vater, der Bischof in Nazianz war, wider seinen Wunsch 361 zum Presbyter geweiht, entzog er sich abermals dem geistlichen Amte durch die Flucht in die Einsamkeit, und auch als sein Freund Basilius, der unterdes Bischof von Cäsarea geworden war, seine Erhebung zum 106½— von Safima veranlaßte, mochte G. sich dem beschaulichen Leben eines Einsiedlers nicht entreißen. Erst 374 trat er seinem greisen Vater zur Seite. Nach dessen Tode begab er sich nach Seleucia und wurde 379 von den Gegnern des Arius nach Konstantinopel berufen. Hier trat G. mit solcher Energie und Beredsamkeit für die wahre Gottheit Christi ein, daß er den Ehrentitel ader Theologo erhielt und 380 vom Kaiser Theodosius I. zum Patriarchen ernannt wurde. An der Verurteilung der Arianer auf dem zweiten Okumenischen Konzil zu Konstantinopel 381 nahm G. hervorragenden Anteil, bald nachher aber legte er sein Amt nieder und kehrte nach Kappadocien in die Einsamkeit zuruck, wo er 390 starb. Vgl. Ullmann, (G. von Nazianzo (Darmst. 1825).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 330Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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