FeedGesner (Konr. von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gesner (Konr. von), oft unrichtig Geßner geschrieben, latinisiert Gesnerius, Polyhistor, geb. 26. März 1516 zu Zürich, studierte daselbst, zu Straßburg, Bourges und Paris und erhielt dann in seiner Vaterstadt ein ärmliches Schulamt. Um sich eine bessere Lage zu bereiten, ging er wieder auf die Universität, und zwar nach Basel, wo er nun vorzugsweise Medizin studierte. Hierauf wurde er 1537 Professor der griech. Sprache zu Lausanne und dann nach kurzem Aufenthalt in Montpellier Professor der Philosophie zu Zürich, wo er zugleich als prattischer Arzt wirkte. Er starb 13. Dez. 1565 an der Pest, nachdem er ein Jahr zuvor in den Adelstand erhoben worden war. In der Litteraturgeschichte brach G. eine neue Bahn durch seine Bibliotheca universalis, seu catalogus omnium scriptorum locupletissimus in tribus linguis, Graeca, Latina et Hebraica exstantium etc. (4 Bde., Zür. 1545—55). Er stellte das Studium der Naturgeschichte wieder her, schrieb eine Historia animaliumo (4Bde., Zür. 1550—87), errichtete einen botan. Garten und legte das ersie Naturalienkabinett an. G. ist der Erfinder der botan. Methode, indem er das Pflanzenreich nach dem Charakter des Samens und der Blume in Geschlechter, Arten und Klassen ordnete. Seine „(Opera botanica gab Schmiedel (2 Bde., Nürnb. 1753—59) heraus. Außerdem schrieb er über Heilquellen, über Arzneimittel, über die Natur und die Verwandtschaft der Sprachen und edierte und kommentierte mehrere alte Schriftsteller. Vgl. Joh. Hanhart, Konrad G.» (Winterth. 1824).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 912Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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