Gesnéria, Pflanzengattung aus der Familie der Gesneriaceen; sie umfaßt mit knolligen Rhizomen versehene Pflanzen Südamerikas, deren in Trauben und Rispen geordnete Blumen eine röhrige Corolle mit fast auf dem Och „obwohl etwas schiefem Saume und auf dem Scheitel des Fruchtknotens eine oder mehrere Drüsen haben. Diese alte Linnésche Gattung ist in mehrere Sektionen geteilt worden, welche aber meist als besondere Gattungen betrachtet werden (Naegelia, Dircaea, Mandirola), was wegen der übergroßen Anzahl von Arten gerechtfertigt erscheint. Die in dieser Weise reduzierte Gattung G. umfaßt folgende Arten: G. Donkelaari, eine der schönsten Arten der Gattung, mit großen herzförmigen Blättern und einer Rispe großer, etwas hängender, feurig zinnoberroter, im Schlunde gelblich-weißer Blumen. Manche halten sie für einen Bastard aus G. discolor und Ligeria speciosa, einesteils wegen ihrer Ahnlichkeit mit einer Ligeria, andernteils wegen der Schwierigkeit, von ihr Samen zu gewinnen. G. Leopoldi besitzt eine große platte Knolle und einen Stengel, der auf seiner Spitze eine große doldige Rispe langer scharlachroter Blumen und unterhalb derselben zwei bis drei große, fast wirtelige, oben grüne, unten violettpurpurne Blätter trägt. Von dieser Art existieren in den Gewächshäusern mehrere prächtige Farbenvarietäten, wie lilacina, rosea u. a. G. Douglasii hat eine ebenso große und —40 gebildete Knolle und einen einfachen Stengel, in der Mitte desselben große herzförmige, wirtelige Blätter und auf der Spitze übereinandergestellte Trugdolden rosenroter, auf dem Saume außen und innen Rarminrot gestreifter Blumen. G. discolor ist eine der am frühesten eingeführten Arten mit zinnoberroten Blumen. 6G. Clausseniana kann über Im hoch werden; ihre einfachen, wollig behaarten Stengel tragen die länglichen Blätter bloß in der Mitte oder an den untern zwei Dritteln, und die hängenden Blumen stehen in einfachen Trauben und sind orange⸗ oder scharlachrot. Von andern Arten, die hinsichtlich des Kolorits wenig Abwechselung zeigen, werden G. umbellata, macrostachya, tuberosa und polyantha am meisten kultiviert. Da die Angehörigen der Gattung G6. in Südamerika einheimisch sind, so müssen sie im Warmhause unterhalten werden wie die Gloxinien.