Gesner (Joh. Matthias), berühmter deutscher Humanist, geb. zu Roth bei Nürnberg 9. April 1691, wurde, nachdem er seine Studien in Jena vollendet hatte und in dem Hause des berühmten heologen Buddeus Hauslehrer gewesen war und schon 1714 eine in jeder Beziehung treffliche Arbeit über die dem Lucian zugeschriebene Schrift Philobatris, veröffentlicht hatte, Ostern 1715 Konrektor und Bibliothekar zu Weimar, 1729 Rektor des Gymnasiums zu Ansbach. 1730 Rektor der Thomasschule zu Leipzig, wo er, unterstützt von seinen „Amtsgenossen B. A. Ernesti und Joh. Sebastian Bach, die in Verfall gekommene Zucht herstellte und die Unterrichtsweise vollkommen umgestaltete. „Bei der Gründung der Universität Göttingen wurde G. 1734 Professor der Beredsamkeit, und in der Folge auch Bibliothekar daselbst. Er starb 3. Aug. 1761 zu Göttingen. Die Verbesserung des gelehrten Unterrichts und das Studium der alten Sprachen betrieb G. mit Einsicht und Eifer; vorzüglich wies er darauf hin, daß die Alten nicht bloß um der Sprache, sondern auch um des Inhalts und der Darstellung willen tores de re rusticao, des Quintilian, Claudian, Plinius des Jüngern, des Horaz und Orpheus veranlaßte er eine fruchtbare Erklärungsmethode der alten Klassiker und durch seine Primae lineae isagoges in eruditionem universame (neue Aufl., 2 Bde., Lpz. 1784) bereitete er ein encyklopäd. Studium der Wissenschaften vor. Auch gab er den Faberschen «Thesaurus eruditionis scholasticaes heraus, sowie einen Novus Iinguae et eruditionis Romanae thesaurus (4 Bde., 915 1749), worin er den ganzen Sprachschatz der Römer zusammendrängte; ferner erschienen &0puscula varii argumentis (8 Bde., Bresl. 1743—45) und Thesaurus epistolarum Gesneris (herausg. von Kloh, Halle 1768). Vgl. Ernesti, cOpuscula oratoria eteln (Leid. 1762), (Göttinger Professorend (Gotha 1872).