Herd, Fenerherd, m., frz. foyer Atre, m., aire, f., engl. hearth, lat. focus, focarius, ital. focolare, span. ahogar. 1. Ebene Fläche von Eisen oder Stein zur Unterhaltung eines Feuers. Man unterscheidet Ofenherde, Küchenherde, Kaminherde, Backofenherde etc.; s. d. betr. Art. und d. Art. Heizung. — 2. In der Metallurgie bedient man sich dieser Benennung für verschiedene andere Vorrichtungen. So 3. B. bezeichnet man beim Treibherd (s. d.) den vom silberhaltigen Blei eingenommenen Raum, dann die feuerfeste Masse, welche den Abtreibraum zunächst umgiebt, mit dem Namen Herd, frz. fond de coupelle, engl. sole. Endlich nennt der Metallurg Herdofen od. Herd, frz. foyer, ereuset, eine Feuerstätte, welche mit sehr niedrigen Einfassungswänden versehen ist, in welcher ein metallurgischer Prozeß ausgeführt wird. Vgl. übr. auch d. Art. Feuerungsanlage und Schmiedefeuer. — 3.(Hüttenw.) in der Aufbereitung, frz. table au lavage, engl. buddle, frame, eine geneigte, auf beiden Seiten und oben mit erhöhten Rändern versehene Tafel, auf welcher die zu Schlamm gepochten Erze oder andere Mineralmassen gewaschen werden, s. Aufbereitung 7. — 4. (Mühlenb.) bei einem Wehr-oder Mühlgerinne der obere Theil, welcher hinter dem Fachbaum liegt. Man stellt ihn auf eingerammte Pfähle, Herdpfähle, zapft auf diese die gerdschwellen, frz. arbre du lavoir, u. bekleidet sie mit eichenen Bohlen, wo sie den Boden des Gerinnes bilden. — 5. (Schiffb.) der H. eines Blockes ist der halbmondförmige Ausschnitt desselben, womit er auf der tange oder dem Bugspriet reitet. — 6. (Bergb.) in der Grube: bei einigen Abbauweisen ein stufenförmiger Absatz, den man vor Ort stehen läßt. Se.