Holzspangeflecht, n., wurde schon 1856 von der Hamburg-Berliner Jalousiefabrikempfohlen und 1880 auf der Berliner Fischereiausstellung als Dekorationsmittel verwendet. Es dient besonders als Schutzüberzug über feuchte Wände, nicht als Mittel gegen feuchte Wände, und besteht aus etwa 2—3 cm. breiten, 1—1 ½ mm. starken Spänen. Wenn es aus fettlosem Holz hergestellt ist, so hält es bis zu 30 Jahren, und empfiehlt sich also als Tapetenunterlage für Räume, deren Wände Feuchtigkeit absetzen. Der fettlos gemachte Holzspan hat die Eigenschaft, daß er der Fäulnis Trotz bietet; bekanntlich fand man Holzspäne, die vor mehr als 100 Jahren Leichen untergelegt worden waren, beim Ausgraben unverfault, während die Leichen selbst, und auch das dickere Holz der Särge längst der Verwesung und Fäulnis verfallen waren. Das Geflecht empfiehlt sich auch noch aus dem Grund, weil dasselbe porös ist, wodurch der feuchten Luft od. der Nässe stets Abzug gestattet ist. Das Befestigen des Geflechts an die Wand ist leicht und schnell bewerkstelligt; man nagelt dasselbe von oben nach unten mittels kleiner harter Drahtstifte (Nr. 5 und 6) auf die Wand, streicht es aber dabei mit der flachen Hand fest aus, wodurch das Beuteln beseitigt wird, und nagelt jede Bahn häufig durch, damit es glatt und fest anschließt; unten abgeschnitten, legt man die zweite Bahn oben wieder glatt nebenan etc. Die Nähte od. Anstöße werden von oben nach unten senkrecht mit Spanleisten verdeckt, und ist es anzuempfehlen, die Nägel recht zierlich und egal in die Leiste zu schlagen. Alle Nägel, womit das Geflecht selbst befestigt worden ist, werden mit abgefallenen Spanstücken überdeckt, indem man ein solches Stückchen auf der einen Seite des Nagelkopfes unter den nächsten Span steckt, über ersteren weglegt und das andere Ende entgegengesetzt in das Geflecht schiebt. Der Zweck dieses Verfahrens ist, die Rostflecken zu vermeiden, die nothwendig die feucht werdenden Nägel ihren Spanplättchen, wie auch der etwa darüber zu legenden Papiertapete beibringen würden. Eine so überzogene Wand mit Oelfarbe oder Firniß angestrichen, oder in verschiedenen Farben karrirt, sieht ganz nett aus und reinigt sich leicht mit lauwarmem Wasser, Seife und Bürste, wenn nicht das Zimmer oder die Lokalität dennoch tapeziert werden soll, was auf das Geflecht ganz gut geht. Die Anfertigung geschieht in Rollen resp. Bahnen von beliebiger Länge und Breite; vorzugsweise in Breiten von 0,5, 1,½, 1½5 und 1,50 m. und einer Länge von ca. 20 m.