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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Jod, franz. Lode, W., engl. Jodine (im Deutschen oft fälschlich Jod geschrieben), ein nicht metallisches Element, welches sich in der Natur weit verbreitet, aber nirgends in freiem Zustand und in größeren Massen angehäuft findet. Es wird zum größten Theil in Verbindung mit Natrium, Kalium od. Magnesium in verschiedenen Salzsölen, Mineralwässern und im Meerwasser gefunden. In den Aschen aller Seealgen ist das J., meistens als Jodnatrium, enthalten. — Man stellt es aus solchen Aschen dar, vorzüglich aus der Asche von Rhodomenia palmata, indem man die Pflanzen verbrennt und die Aschen mit heißem Wasser auslaugt, wobei die löslichen Salze, wie z. B. Kochsalz, kohlensaures und schwefelfaures Natron, sowie die jodhaltigen Verbindungen gelöst werden. Diese Lösung wird abgedampft und nach gehöriger Konzentration von den nicht jodhaltigen Salzen getrennt. Die verbleibende Mutterlauge dient zur Jodgewinnung. Man versetzt sie mit konzentrirter Schwefelsäure und destillirt nach Zusatz von Braunstein das J. aus Retorten ab. Es entwickeln sich prächtig violette Dämpfe, welche sich in Vorlagen zu metallisch glänzenden, schwarzgrauen Schuppen verdichten. Das J. löst sich leicht in Alkohol zu einer dunkelrothbraunen Flüssigkeit, weniger leicht in Wasser. Ihre Hauptanwendung finden das J. und seine Verbindungen in Medizin und Photographie, SIEIIoTHEE HEIDELBERG O Universitatsbit

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 103Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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