Sauersoff, m., frz. Oxygene, m., engl. Oxygen (Chem.). Gewöhnlicher S.oder inaktives Sauerstoffgas, Lebensluft, ist ein auf unserer Erde sehr verbreitetes gasförmiges Element. Im Wasser ist dieses Gas zu 89/, in der Luft zu 23% dem Gewicht nach enthalten. Der S. bildet einen Bestandtheil aller Oxyde und Sauerstoffsalze und macht mindestens ein Fünftel unserer festen Erdrinde aus. Die Atmosphäre enthält mehr als eine Trillion Kilogramme S., mechanisch gemengt mit Stickstoff. Es geluigt nur auf Umwegen, Sauerstoffgas rein aus der Luft derzustellen. Am besten eignen sich daher zu seiner Reindarstelung solche sauerstoffhaltende Körper, welche den S. unter den Einfluß einer höheren Temperatur unter gleichzeitiger Mitpirkung von Schwefelsäure abgeben. — So erhält man durch Erhitzen von chlorsaurem Kali, durch Schmelzen vor Salpeter, durch Erhitzen von Quecksilberoxyd, Silbeyxyd, Mangansuperoxyd, Braunstein, ferner durch Erhtzen von zweifach-chromsaurem Kali mit Schwefelsäure lächt reines Sauerstoffgas. — Als billigste Methode zur Gewirnung größerer Mengen S. für technische Zwecke empfieht sich die Zersetzung der Schwefelsäure oder schwefelsauren Salze in der Glühhitze. Man erhitzt z. B. in einer Retorte Ziegelsteinstücke oder Platinblechschnitzel zum Rothglühen und leitet auf die glühende Masse einen dünnen Strahl englischer Schwefelsäure. Die Säure zersetzt sich in schweflige Säure und in Sauerstoffgas. Die schweflige Säure trennt man in Kühlröhren durch Waschen mit Wasser vom S. Der auf diese Weise erzeugte S. kostet pro Kubikmeter 3setwa 80— 100 Pf. — Das Sauerstoffgas ist ein farbloses, geruch⸗ u. geschmackloses Gas welches man selbst bei einem Druck von 1350 Atmosphären noch nicht in einen andern „Aggregatzustand hat überführen können. Der S. unterhält und befördert die Verbrennung aller verbrennlichen tKörper. In reinem Sauerstoffgas verbrennen alle Körper viel lebhafter u. rascher als in atmosphärischer Luft. Beim UAbsterben organischer Wesen ist es der S., welcher den „langsamen Verbrennungsprozeß, den wir Verwesung t nennen, einleitet; ebenso bewirkt er im Verein mit Kohlen⸗ „sfsäure und Wasser die Verwitterung selbst der festesten „Gesteine etc. Er vermag sich mit allen Elementen, mit Ausnahme des Fluors, zu verbinden. Den Prozeß der Ver⸗ „bindung des Ses mit anderen Elementen nennt man „Onxydation (s. d.). Die Anwendung des Ses im großen beschränkt sich bisher auf seinen Gebrauch zu Erzeugung sehr hoher Temperaturen. Eine andere Modifikation des Sts heißt Ozon.