Thonstein, Argilolit, . (Miner.),s. d. Art. Thongestein.! nens gewöhnlich Kochsalz in den Ofen gestreut. Die Dämpfe desselben zersetzen sich, wenn sie mit der glühenden Schicht des Steinzeuges zusammentreffen; es bildet sich auf dem Steinzeug ein dünner, fester Ueberzug von leichtflüssigem Natronsilikat. Eine andere Glasur wird dargestellt, indem man die lufttrockenen Steingutgeschirre in eine Schlämpe von gepulverten Eisenschlacken oder basaltähnlichen Laven eintaucht. Dieses Steinzeug ist für das Bauwesen sehr wichtig, denn aus ihm werden Falzziegel, Stallmoppen, bes. aber Thonröhren zu Abtrittsschloten, Schleusen, Wasserleitungen etc. hergestellt. Dem im Art. Steinzeug Gesagten sei hier noch ein Auszug aus offiziellen Prüfungsberichten über Thonröhren im Vergleich zu Backsteinwären und Cementarbeiten beigefügt. a) Resultate der von der königl. Prüfungsstation für Baumaterialien in Berlin mit Steinzengröhren aus der Fabrik von Fr. Chr. Kikentscher in Bwickan im März 1882 angestellten Untersuchungen. Innerer Rohr⸗ Innerer Druck in Atmosphären durchmesser./ bei der Zerstörung. in Millimeter. Minimum. Maximum. Die Wasseraufnahme betrug pro Kg. Steingewicht im Mittel aus zehn Versuchen 0,½8 Eg. oder 2¾/%. Das spez. Gew. des Materials ergab sich im Mittel aus drei Versuchen auf 2,3. Bei Untersuchung der Wetterbeständigkeit (auch Frostbeständigkeit) wurden je sechs Proben: [) im Wasserbade allmählich bis auf Siedehitze gebracht, einige Zeit auf dieser Temperatur erhalten und durch Einwerfen in kaltes Wasser plötzlich abgekühlt; 2) eine Stunde mit 15/% Kochsalzlösung gekocht u. in dieser Zeit öfter plötzlich abgekühlt; das Wasser blieb hierbei vollkommen klar; 3) eine halbe Stunde mit 5% Natronlauge gekocht; 4) eine halbe Stunde in derselben Lösung unter Zusatz von 1½% Schwefelammonium gekocht; 5)eine halbe Stunde mit einer 2% Eisenvitriol, 2% Kupfervitriol u. 10/ Kochsalz hal tenden Lösung gekocht. Die Probestücke verloren bei diesen Operationen, ohne jedoch eine Gefüge-An zu zeigen, 0,5 % ihres Gewichtes; 6) sechs weitere 50 Stunden in 20% Salzfäure gelegt, blieben auch unverändert, ohne Gewichtsverlust zu erleiden; Einsluß der Säure war am Gefüge nicht wahrzunehmen 7 7) durch weitere Behandl ung der Bruchstücke mit reiner Salzsäure entstand eine klare weiße Flüssigkeit, welche, mit Barytsalzen geprüft, die Gegenwart schwefelsaurer Salze (die Irsache von Thre Wiieinrpten nicht erkennen ließ. Die Versuche auf Wetterbeständigkeit können daher als absolut bestanden bezeichnet werden. Das geprüfte Material hatte nach der Mohsschen Skala an geschliffenen Stirnflächen den Härtegrad 6—7, d. h.es wurde an geschliffenen Stirnflächen von Feldspat leicht, von Quarz deullich angegriffen. Die Härte der glasirten Mantelflächen lag zwischen 7— 8, d. h. dieselben wurden von Quarz leicht, von Topas deutlich angegriffen. Die Bruch festigkeit ergab sich im Mittel aus fünf Versuchen mit 136,, Kg. pro gem. b) Eine Untersuchung von Thonröhren aus der Fabrik Flkentscher in Zwickan durch Prof. Kämmerer in der königlichen Industrieschule zu Nürnberg richtete sich auf die Widerstandsfähigkeit gegen chemische Agentien, da dieser besonders bei der Wahl von Materialien zu Schloten, Schleusen etc. entscheidende Bedeutung zukommt, indem sich in dieser Hinsicht Cement u. gebrannter Thon, Backsteine und natürliche Bausteine überaus verschieden verhalten. Probe Nr. J war ein innen mit glatter, außen rauher 2 mm. Wandstärke. Die Masse selbst war schwarzgrau 905 enthielt weiße unregelmäßige körnige Einschlüsse aus mit Thon gemengtem Quarz, welche die Festigkeit sowie Angreifbarkeit der Masse nicht zu beeinflussen vermögen. Probe II, Theil einer Muffe, besaß eine Dicke von 4 bis 10 cm.; die Masse glich im wesentlichen der sub I, die Untersuchungen verschiedener Kanalbaumaterialien bezüglick 2— Bezeichnung des Versuchsobjektes. 2 Dyckerhoff & Widmo 15 Backstein III braune Gla asur war auf beiden S Seiter n glatt, nur an den gerieften Stellen rauh. Dieses Stück eignete sich wegen seiner Stärke Desondere zu einer entscheidenden Prüfung der Einflüsse der verschiedenen Agentien, da bei nicht völlig gelungenem Brande die inneren Partien sich minder hart gebrannt und deshalb leichter angreifbar erweisen mußten, als die äußeren Partien desselben Stückes oder Theile dünnwandiger Röhren. Probe III, ein 10 em. langes Stück einer 5em. im Lichten, 2em. Wandstärke messenden Thonröhre, außen hellbraun matt, innen dunkelbraun glatt glasirt, besaß auf dem Bruche hellgraubraune Färbung underwies sich von gleichmäßigem Korn, untermengt mit weißen Einschlüssen. Die zu den Versuchen verwendeten Stücke waren bei 100 getrocknet, hatten 2—3 em. Größe und 10 —20 g. Gewicht.