FeedMariotte (Edme)
NaturlehreBrockhaus 1882

Mariotte (Edme), ausgezeichneter franz. Mathematiker und Physiker, geb. in Burgund, war Prior zu St.⸗Martin-sous-Beaune bei Dijon, wurde dann Mitglied der Akademie der Wissen-Monge und starb 12. Mai 1684. M. machte eine enge von Entdeckungen über das Maß und den Abfluß der Gewässer nach der verschiedenen Höhe der Behälter, stellte Untersuchungen über die Leitung des Wassers und über die den Röhren nötige Stärke zum Widerstande gegen den Druck an und bestimmte die Gesetze des Gleichgewichts flüssiger Körper. Sein diese Beobachtungen enthaltender (Traité du mouvement des eauxo wurde von de la Hire (Par. 1786) herausgegeben. Von ihm hat (1676) der Fundamentalfatz, daß die Gasvolumina mit den darauf drückenden im umgekehrten Verhältnis stehen, oder daß die Dichtigkeit der Luft sich wie das Gewicht, welches auf ihr lastet, oder wie die zusammendrückende Kraft verhält, den Namen Mariottesches Gesetz (s. unter Aêrostatik), obschon Boyle dieses Gesetz früher (1660) gefunden hatte. Um die Mechanik der festen Körper machte er sich durch Erweiterung der von Sir Christopher Wren zuerst bearbeiteten Lehre vom Stoß verdient. Seine Werke erschienen gesammelt zu Leiden (2 Bde., 1717 und im Haag (2 Bde., 1740). Mariottescher Apparat (mit Figur), s. unter Aérostatik. Mariottesche Ansslußflasche (mit Figur), s. unter Ausfluß. Mariottesches Gesetz s. unter Aérostatik und Mariotte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 459Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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