Ghetto (ital.), wahrscheinlich vom talmudischen Ghet, d. h. Absonderung, ist die Bezeichnung des in verschiedenen Städten Italiens, aber auch Deutschlands (Prag, Frankfurt a. M. Hanau, Mainz u. s. w.) und anderer Länder den Juden zur Bewohnung angewiesenen Stadtteils, ist also etel bedeutend mit: Judengasse, Judenviertel, Die in den Nenz und dem span. Juderia. ie in den Verhältnissen begründete Neigung der Juden, zusammen zu wohnen, und die aus ähnlichem rsprunge entstandene Ausschließung derelben aus der Gemeinschaft mit Christen begüntigte die Entstehung der Ghetti. Rücksichten auf einlichkeit, Gesundheit und Engedwängten far der auf engem Raum Zusammengedrängten fanden nicht statt. Die Ghetto-Ordnungen wurden seit dem Ende des Mittelalters in agesetzliches Formen gebracht, die Thore desselben des Nachts geschlossen u. s. w., ohne daß durch derartige Maßregeln den Juden ein Schutz gegen Überfälle und Plünderungen seitens des Pöbels geboten wurde. In Mantua erschien 1620 eine von dem Herzog Ferdinand Gonzaga bestätigte Ghetto-⸗Ordnung. Die bei Schudt * Merkwürdigkeiten», Bd. 3, Frankf. 1717 fg.) abgedruckte Der Juden zu die Ramen Stättigkeit und Ordnunge enthält auch die Namen aller Häuser der Judengasse (darunter auch Rothschildo). In der Neuzeit sind alle derartigen Beschränkungen aufgehoben worden.