FeedGily Zärate (Don Antonio)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gily Zärate (Don Antonio), span. Dramatiker, geb. 1. Dez. 1786 im Escorial, kam schon im 8. Lebensjahre nach Frankreich, wo er in einem Collége zu Passy erzogen wurde, aber seine Muttersprache vergaß, sodaß er nach seiner Rückkehr ins Baterland 1811 sie von neuem erlernen mußte. Er erhielt 1820 eine Anstellung im Ministerium des Innern und wurde Archivbeamter, verlor aber wegen seiner polit. Gesinnungen bald seine Stelle und wurde eine Zeit lang aus der Hauptstadt verbannt. Schon früher hatte er sich im Dramatischen versucht und außer einigen übersetzungen einzelne Originallustspiele: La comico-manias und La familia catalanao, geschrieben; bekannter wurde er erst durch die drei Lustspiele EI entremetido „Cuidado con las noviaso und Un ano despues de la bodan. Im J. 1832 wurde er Redacteur der von der Handelsjunta gegründeten Zeitschrift Boletin de comercios, die später den Titel Ecov annahm. Nach drei Jahren gab er die Redaction dieses Oppo Mionsblattes wieder auf und wurde abermals als Beamter im Ministerium des Innern angestellt. Er wandte sich nun seinen dramatischen Arbeiten wieder zu, und 1835 kam seine Tragödie „Dona Blanca de Borbono in Madrid zur Aufführung, die, obwohl noch ganz im streng klassischen Geschmack gehalten, doch mit Beifall aufgenommen wurde. Um die Angriffe der romantischen Schule zu widerlegen, dichtete er bald darauf die romantische Tragödie „Carlos II. el hechizados, die von entschiedenem dramatischen Talent zeugt und auch in der Diction große Schönheiten hat. Seitdem blieb er dieser Richtung treu, nur suchte er sich noch mehr dem alten Nationalgeschmack zu nähern. Dies bezeugen seine 1840 im Liceo von Madrid gegebene Tragödie Rosmundao, die Tragödien Don Alvaro de Lunao, Masanielod und 4„Guizman el bueno, welche letztere für sein bestes Stück gilt, die Komödie «Carlos V. en Ajofrin und das Melodrama „Cecilia la cieguecitav, das 1843 aufgeführt wurde. G. war bald im aktiven Dienste, bald auf Wartegeld im Ministerium des Innern angestellt und erhielt den Titel eines königl. Rats. Er starb 27. Jan. 1861 in Madrid. Außer seinen poetischen Werken veröffentlichte er auch das „Manual de literaturan (3 Bde., Madr. 1846; 8. Aufl. 1874), ein sehr geschätztes Handbuch der Litteraturgeschichte, und das beste Werk über die Unterrichtsanstalten Spaniens (De la instruccion publica en Espanav, 3 Bde., Madr. 1855) und schrieb eine Reihe von Abhandiungen uüber altspan. Dramatiker (Alarion Tirso de Molina, Lope u. s. w.) für die „Biblioteca de autores espanoles o. Eine Sammlung seiner dramatischen Werke erschien zu Paris (1850). Giltstein, Varietät des Chloritschiefers (. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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