Hartzenbusch (Juan Eugenio), span. Dichter, geb. 6. Sept. 1806 zu Madrid, wo sein Vater, aus Schwadorf in der Nähe von Köln gebürtig, sich als Kunsttischler niedergelassen und mit einer Spanierin verheiratet hatte. Der Sohn studierte erst bei den Jesuiten Theologie, wandte sich aber der Malerei zu und versuchte sich daneben in lyrischen Gedichten. Als der Vater in Geisteszerrüttung verfallen, ergriff H. das Tischlerhandwerk. Dabei übersetzte er aber mehrere Stücke aus dem Französischen und Italienischen (von Voltaire und Alfieri) und bearbeitete einige altspan. Komödien (von Moreto, Calderon und Rojas), von denen zwei mit Beifall aufgeführt wurden. Der inzwischen ausgebrochene Bürgerkrieg zwang ihn jedoch zur Aufgabe seines Gewerbes; er erlernte die Tachygraphie und wurde 1835 als Schnellschreiber der Regierungszeitung angestellt. Da sein Drama „Los amantes de Teruel (1836) eine sehr günstige Aufnahme fand, widmete er sich von nun an ausschließlich der Litteratur, und durch eine Anstellung bei der königl. Bibliothek zu Madrid erhielt er später auch eine gesicherte Stellung. Im J. 1847 ward H. Mitglied der Akademie und 1862 Direktor der Nationalbibliothek, welchen Posten er bis zu seinem Tode, 2. Aug. 1880, bekleidet hat. H. gilt für den talentvollsten der neuern dramatischen Dichter Spaniens. Unter seinen Stücken sind nächst den Amantes de Teruel (Madr. 1836; deutsch von Seubert, Lpz. 1873) hervorzuheben: das Drama Dona Menciap (1838), die Komödien „La redoma encantadas (1839), Los polvos de la madre Celestina (1839), La visionariao (1840), die Dramen „Alfonso el castos (1841), Primero voy (1842), Honorias (1842), El bachiller Mendariaso (1842); die Komödien La coja Yel encogidos (1843), Juan de las Vinasv (1844; Gotha 1865), La madre de Pelayo (1846), La Archiduquesätas (1854) und die Dramen Vida por honra (1854) und El mal apostol y el buen ladronv (1860). Nach 5.s Tode erschien noch Meliodora 6 el amor enamoradon (1880). Um das altspan. Theater machte H. sich sehr verdient durch die kritischen Ausgaben der Werke des Tirso de Molina (12 Bde., Madr. 1839—50), des Calderon (4Bde., Madr. 1848—50), des Alcaron (Madr. 1852) und des Lope de Vega (4 Bde., Madr. 1853 60. Später veröffentlichte H. auch Cuentos y fabulaso (2 Bde., Madr. 1861), sowie 40bras escogidasv (nebst Biographie H.“, 2 Bde., Lpz. 1865; 2. Aufl. 1876) und 40bras de Encargos (Madr. 1864). Die meisten seiner Stücke zeichnen sich durch lebendige Phantasie, nationalen Charakter, kräftige Diktion und wohllautenden Versbau aus. Auchd war er einer von den wenigen Spaniern, welche eine genauere Kenntnis der deutschen Litteratur e CSiht Er gab Proben davon durch Übersetzung chillerscher Gedichte und Lessingscher Fabeln.