FeedGinguené (Pierre Louis)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ginguené (Pierre Louis), franz. Litteraturhistoriker und Kritiker, geb. zu Rennes in der Bretagne 25. April 1748, eignete sich früh ältere und neuere Sprachen an und zeigte lebhaften Sinn für Malerei, Dichtkunst und Mufik. In Paris, wo er seine Studien vollenden wollte, nötigte ihn seine dürftige Lage, eine Erzieherstelle anzunehmen und später in einem Bureau des Contrôle général sich anstellen zu lassen. Er gewann einigen litterarischen Ruf, als er sich für den Verfasser eines im Almanac des museso anonym abgedruckten Gedichts, „La confession de Zulmén, bekannte, und lieferte hierauf mehrere Gedichte, z. B. eine Clegie auf den Tod des Prinzen Leopold von Braunschweig, Léopold, poeme (Par. 1787), und „Eloge de Louis XII, père du peuples (Par. 1788). In den «Lettres sur les confessions de J. J. Rousseau (Par. 1791) fällte er über Rousseau ein günstiges Urteil. Seine Schrift De Pautorité de Rabelais dans la révolution présente et dans la constitution civile du clergé Iltern 1791) zeigt ein eingehendes Studium der ältern franz. Litteratur. Während der Revolutionszeit besprach er die Tagesereignisse in dem Feuille villageoises ruhig und maßvoll. Damals begann er auch seine litterarischen Beiträge zum 4Moniteuro (1790 — 1816) und die Bearbeitung des zur Encyclopédie méthodiquen gehörigen «Dictionnaire de musiquev. Als Gemäßigter wurde er 1793 eingekerkert, erhielt aber inolge Robespierres Sturz die Freiheit wieder. tach dem 9. Thermidor wurde G. im Ministerium des Innern angestellt und übernahm Garats Stelle als Generaldirektor des öffentlichen Unterrichts. Gleichzeitig gründete er die Décade philosophique, littéraire et politiques (Par. 1784 1807), die nach Aufhebung des republikanischen Kalenders den Titel „Reruer annahm und 1807 mit dem Mercure de France vereinigt wurde. Als Gesandter ging er 1798 nach Sardinien. Nach dem 18. Brumaire wurde er Mitglied des Tribunats, aber schon 1802 wegen häufiger Opposition ausgeschlossen. Er starb zu Paris 11. Nov. 1816. Von seiner «UHistoire littéraire d'Italie, der er den größten Teil seines Ruhms verdankt, erschienen bei seinem Leben sechs Bände (Par. 1811—13), nach seinem Tode zwei Bände (1819); ein neunter Band wurde von Salfi hinzugefügt. Eine zweite Auflage des Ganzen (14 Bde., Par. 1824—35) besorgte Daunou. Meist nach ital. Vorbildern gab er auch die durch epigrammatische Schärfe ausgezeichneten Fableso (Par. 1810) und die „Fables inédites (Par. 1814) heraus. Ipraa der Weit in der nordischen Mythologie, prachlich und inhaltlich dem griech. Chaos, wie es Hesiod und die andern ältesten Dichter auffassen, entsprechend. Das Wort bedeutet eigentlich: Klaffen Ginnungs; Ginnung aber war der personifizierte öde eltenraum. Diese tautologische Bupammenstellung sollte die vollständige Leere recht versinnlichen. Das Zusammenwirken von Hitze und Kälte in diesem Raume erzeugte das erste Gebilde, den Riesen Mmir, aus welchem die Welt erme ebrchsie oder Schinsengwurzel, als Drogue gedräuchliche getrocknete Wurzel von Panax Ginseng Nees, einer kleinen Pflanze mit etwas kriechendem Rhizom. Sie ist in China einheimisch und wird dort so hoch geschätzt, daß sie einen wichtigen Artikel des Binnenhandels bildet und fabelhafte Summen in Umlauf setzt. Für ein Tael (640 Grains) dieser Drogue werden durchschnittlich nicht weniger als 300 Taels Silber bezahlt, was nahezu 2000 Mark ausmacht. Obschon man bisher keine besondern arzneilich wirkenden Stoffe in ihr hat entdecken können, so hält sie doch der Chinese für ein unschätzbares Mittel, dem er die außerordentlichsten Wirkungen auf den menschlichen Körper zuschreibt, indem sie den geschwächten in wunderbarer Weise stärken und dem gealterten kräftige Jugend Uet Welimd soll. Der chines. Name Ginseng bedeutet Weltwunder, und das Wort Panax ist dem Griechischen entlehnt und bezeichnet ein Heilmittel für alle Krankheiten, eine Panacee. Eine der genannten Pflanze verwandte Art, Panax quinquefolium, findet sich nicht selten in mitteleurop. Gärten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 45Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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