Gintl (Julius Wilh.), Physiker, geb. 12. Nov. 1804 in Prag, besuchte dort das Gymnasium, studierte in R fin und Wien, war dann Adjunkt der Lehrkanzeln für Mathematik und Physik an der Universität Wien und wurde 1836 zum ord. an der der Physik und angewandten Mathematik an der k. k. Universität Gratz ernannt, wo er 1846 auch noch die Lehrkanzel der Naturgeschichte Übertragen erhielt. Im J. 1847 wurde er zum Dekan der philos. Fakultät gewählt, im selben Jahre jedoch als k. k. Telegraphenbauinspektor nach Wien berufen, in welcher Eigenschaft er die Anlage und Einrichtung der ersten österr. Telegraphenlinien leitete. Im J. 1849 wurde ihm die Direktion der Staakstelegraphen provisorisch übertragen und 1850 wurde er als wirklicher k. k. Telegraphendirektor bei der damals bestehenden Generaldirektion für Kommunikationen ernannt. Im J. 1863 trat er in den Ruhestand und lebt seither in Prag. Seine meist in den Berichten der wiener Akademie veröffentlichten Arbeiten bewegen sich teils auf dem Gebiete der Meteorologie und Klimatologie, teils auf dem des Magnetismus und der Elektricität. G. ist der Begründer der D0 das Telegraphenwesen so wichtig gewordenen Doppelkorrespondenz, für deren Einfüh rung er bei der Industrieausstellung zu Paris 1855 mit der großen goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde. Er ist Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien.