FeedForli (Melozzo da)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Forli (Melozzo da), Maler, zu Forli um 1438 geboren, ist eine hervorragende Erscheinung unter den Vorläufern der großen Klassiker der ital. Malerei. Diese Bedeutung gewinnt er durch gewisse neue, originelle Eigenschaften seines Stils und durch die interessante Verbindung mehrerer, aus verschiedenen Hauptschulen resultierender Prinzipien der Darstellung. Wahrscheinlich bildete er sich zuerst an Piero della Francesca, erfuhr dann aber durch den Einfluß Mantegnas eine wesentliche Wandlung des Stils. Letzterer culminiert insbesondere in der damals noch seltenen Anwendung des Scorcio (Verkürzung) namentlich bei Deckenmalereien. Sein Hauptwerk in dieser Hinsicht war die Dekoration des Chors der Aunde Heitr in Rom, wo der zum Himmel aufsteigende Heiland und reizende Engel mit Musikinstrumenten dargestellt sind (jetzt zerteilt im Quirinal und in der Sakristei des Petersdoms, gestochen von Ternite). Weniger fortgeschritten zeigt sich der Künstler in der gleichfalls zu Rom für Papst Sixtus IV. gemalten Darstellung der Einsetzung des gelehrten Platina zum päpstl Biblio—⸗ thekar (um 1476). Gegen Ende seines Lebens kehrte F., den Giovanni Santi, der Vater Rafaels, in sener Reimchronik unter den bedeutendsten Malern seiner Zeit namhaft macht, wieder in die Vaterstadt zurück, wo er 1494 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 5Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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