Gleichgewicht heißt jener Zustand der Ruhe, der durch zwei oder mehrere einander entgegenwirtende Kräfte hervorgebracht wird, von denen jede die vereinigte Wirkung aller übrigen aufhebt. Dies ist z. B. mit dem G. am Hebel, an der Wage, an der schiefen Ebene u. s. w. der Fall. Man unterscheidet ein stabiles (sicheres), ein labiles (unsicheres) und ein indifferentes G. Im stabilen Gleichgewicht hat der Körper eine solche Lage, daß der Schwerpunkt s vertikal unter dem Drehungspunkt (Aufhängepunkt) liegt (s. vorstehende Oreh daß daher, wenn der Körper durch eine kleine Drehung aus dieser Lage herausebracht wird, sein Schwerpunkt höher als fruher zu negen kommt (bei s); infolge dessen wird der Kör0 immer wieder in seine erste Lage zurückzufallen uchen; hierher gehören alle aufgehängten und mindestens in einem Dreieck unterstützten Körper und alle Körper, welche in einer wagerechten Achse 1t oder in zwei zueinander unter rechtem Winel gerichteten, wagerechten Achsen, mit darunterliegendem Schwerpunkte, hängen, wie z. B. bei der Cardanischen Aufhängung für Schiffslampen, Schiffskompasse, Schiffsbarometer u. s. w. Manchmal 00 m ein Körper unterstützt zu sein, und ist denno punkt liegt, aufgehängt; dies ist z. B. der Fall bei einem auf seiner Spiße ruhenden Kegel B (Fig. 2), bei welchem mittels eines Drahtbogens MN zwei Seiten Bleikugeln Pund P euigt sud, zu beiden eiten des Kegels derart befestigt sind, daß der gemeinschaftliche Schwerpunkt der ganzen Körperverbindung unter den Stützpunkt zu liegen kommt. Infolge dessen ist der Kegel ei cher Weist verhalt mithin im stabilen G. In ähnlicher es sich mit vielen Balancierfiguren, z. B. mit den bekannten galoppierenden Pferden, Sägemännern u. dgl. m., welche an der Tischkante aufgehängt sind. Bei den unterstützten Körpern ist die Stabilität oder Standfestigkeit (s. d.) um so bedeutender, je größer ihr Gewicht und ihre Unterstützungsfläche sind und je tiefer ihr Schwerpunkt liegt. Im labilen Gleichgewicht hat der Körper eine solche Lage, daß der Schwerpunktes vertikal über dem Drehungspunkte (Stü3tzz punkt) liegt (s. Fig. 3), daß daher, wenn der Körper durch eine kleine Drehung aus dieser Lage herausgebracht wird, sein Schwerpunkt stets tiefer als früher zu liegen kommt (bei 8), wobei der Körper so umfällt, daß dann sein Schwerpunkt möglichsttief liegt; hier z. B. kommt das Brett nach seiner Umdrehung durch den Fall in die stabile Lage wie bei Fig. 1. Hierher gehört auch ein auf der Spitze ruhendes Ei u. s. w. Im indifferenten Gleichgewicht befindet sich ein Körper, wenn der Drehungs⸗ und Stützpunkt durch seinen Schwerpunkt geht (s. Fig. 4), sodaß der Schwerpunkts durch eine Drehung des Körpers weder gehoben noch gesenkt wird; —7 gehört 3. B. das Brett in Fig. 4, welches im G. bleibt, es Big. 4 mag die Lage AB, oder CD, oder irgend eine beliebige Lage durch Drehung um die Achse annehmen; ferner sind hier u nennen Wagenräder, Kugeln auf wagerechtem Boden u. s. w. Auch das G. der auf einer Flüssigkeit schwimmenden Körper kann stabillabil oder indifferent sein. (S. hierüber Metacentrum.) Die Teile der Mechanik, die sich mit den Bedingungen beschäftigen, unter denen bei festen, flüssigen oder luftförmigen Körpern G. stattfindet, nennt man beziehungsweise Statik (s. d.), Hydrostatik Über das Gleichgewicht der Staaten s. Politi⸗