FeedGloxinla Herit.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Gloxinla Herit., eine zur Familie der Gesneriaceen gehörige Pflanzengattung, nach P. B. Gloxin in Colmar benannt, welcher 1785 botan. Beobachtungen herausgab. Sie ist charakterisiert durch einen knollig⸗-fleischigen Wurzelstock und eine glockig-trichterförmige, unten bauchige, schief angesetzte Blumenkrone mit fünf ausgebreiteten ungleichen Lappen, Mit Drüsen im Grunde und mittels eines dicken Mittelbandes paarweise verwachsene Staubbeutel. Die wichtigste Art dieser Gattung ist G. (Ligeria) speciosa Ker., in Brasilien einheimisch, fast stammlos, mit großen violettblauen, stark nach unten gerichteten Blumen, anfangs von ziemlich bescheidener Schönheit, gegenwärtig die Stammmutter einer überaus zahlreichen Nachkommenschaft, welche wegen schöner Form, der Mium Kolorits und interessanter Zeichnung der Blumen hansc in Warm-Auluun kultiviert wird. Unter den Einflüssen der ultur veränderte sich allmählich ihr Aichiedene Ba-Charakter; aus Samen entstanden verschiedene Varietäten, deren Merkmale sich nach und nach befestigten; untereinander und mit andern Arten befruchtet, erzeugten diese Formen mit jeder neuen Aussaat zum Teil vollkommenere und schönere Varietäten, und dieses Spiel mit Formen und Farben hat bis zur Gegenwart fortgedauert. Von jenen ersten Formen hat die in England aus Samen erzogene G. Tyfiana auf die blumistische Entwickelung der G. großen Einfluß geübt. In neuerer Zeit werden vorzugsweise zwei Sorten kultiviert, deren Spielarten regelmäßigere aufrechte ar. erecta) oder horizontale Blumen (var. horizontalis) tragen. Das Kolorit der letztern ist außerordentlich mannigfaltig und besteht in einer bald zarten, bald kräftigen, oft sehr feurigen, nicht selten samtartigen Nuance des Rot oder Blau. Nicht minder mannigfaltig ist die Zeichnung, welche bald in einer hellern Einfassung der Saumlappen, bald in einem aus dem Schlunde aufsteigenden weißen Stern, bald in einem dunkeln Ringe, in Tupfen, Punkten oder hieroglyphischen Figuren im Schlunde besteht und die Schönheit der Blumen wesentlich erhöht. Außerdem sind letztere um vieles größer geworden und auch das Laubwerk hat an Größe und Substanz gewonnen (var. grandiflora crassifolia), In neuerer Zeit pflegt man alle diese Eriaa zafa Spielarten unter dem Namen G. hyrida zusammenzufassen. Die Gloxinien müssen im Warmhause kultiviert werden und erfordern, wie viele andere Knollengewächse, eine vollkommene Ruhezeit, welche bei ihnen von Ende Oktober bis Ende Februar dauert, wo die Knollen gepflanzt werden und in geschlossener Luft ihre Triebe ausbilden. Abgesehen von der Aussaat, werden die Gloxinien vorzugsweise durch Blätter vermehrt. Zu diesem Behufe nimmt man kräftig entwickelte Blätter ab, kerbt auf der untern Seite die Mittelrippe ein und legt sie flach in eine mit dazu geeigneter Erde 96h 6 Schale, wo man sie mit Hänchen befestigt. Nach 6—8 Wochen haben sich an den Kerben Knöllchen mit Wurzelchen und Augen gebildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 120Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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